Zürich-Besuch: Tanner und Pfister setzen auf gemeinsame Luftverteidigung – ohne gemeinsame Luftwaffe

Zürich-Besuch: Tanner und Pfister setzen auf gemeinsame Luftverteidigung – ohne gemeinsame Luftwaffe

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) besuchte am Montag ihren Schweizer Amtskollegen Martin Pfister in Zürich – mit einer klaren Botschaft: Österreich unterstützt die Schweiz bei der engeren Anbindung an die EU-Verteidigungsarchitektur.

„Brechen eine Lanze für die Schweiz“

Nach dem bilateralen Treffen erklärte Tanner laut heute.at: „Wir bringen uns sehr stark ein, brechen eine Lanze für die Schweiz.“ Die Aussage ist politisch bedeutsam: Die Schweiz strebt eine „Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft“ mit der EU an – als Nicht-EU-Mitglied ist das keine Selbstverständlichkeit. Pfister begründete das Ziel mit steigenden Rüstungskosten: Länder seien zunehmend darauf angewiesen, gemeinsam zu beschaffen. „Wenn man sich zusammentut, wird es günstiger und effizienter“, so Pfister laut heute.at. Gleichzeitig betonte er, dass eine solche Kooperation auch für neutrale Staaten möglich sei: „Neutralität ist unsere Maxime.“

Sky Shield – gemeinsame Basis seit 2023

Beide Länder verbindet bereits die deutsche Luftverteidigungsinitiative Sky Shield. Österreich und die Schweiz unterzeichneten die Beitrittserklärung im Juli 2023, wie heute.at berichtet. Das Projekt entstand als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und zielt auf eine gemeinsame Beschaffung von Waffensystemen zum Schutz des europäischen Luftraums ab. Laut Pfister setzten Österreich und die Schweiz allein im Vorjahr rund 140 gemeinsame Projekte um – darunter Übungen, Ausbildungsprogramme und der Austausch von Luftlagedaten.

Gemeinsame Luftwaffe? Klares Nein beider Minister

Einer gemeinsamen Luftwaffe erteilten beide Minister eine klare Absage, wie heute.at berichtet. Tanner verwies auf die österreichische Verfassung, die das Land verpflichte, den eigenen Luftraum selbst zu schützen – der Vorschlag sei „schlichtweg nicht umsetzbar.“ Pfister bestätigte dieselbe Haltung für die Schweiz: auch die Eidgenossen müssten ihren Luftraum verfassungsrechtlich selbst verteidigen.

Rheinmetall-Besuch: Skyranger kommt 2027

Im Anschluss an das Gespräch besuchten beide Minister die Rheinmetall Air Defense in Zürich, wo unter anderem die österreichischen Skyranger-Flugabwehrsysteme produziert werden. Die ersten der insgesamt 36 bestellten Systeme sollen laut heute.at 2027 an das Bundesheer geliefert werden. Der „Skyranger 30“ wird auf Pandur-Radpanzern montiert und ist für die Abwehr niedrig fliegender Ziele wie Drohnen gedacht. Österreich war das erste Land, das einen Vertrag für das System unterzeichnete. Auch die Schweiz prüft laut Pfister die Anschaffung – allerdings in einer anderen Ausführung.

Credits: Parlamentsdirektion / ​Ulrike Wieser

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