Ein Streit unter Jugendlichen ist am Donnerstagabend in Wien-Favoriten in Gewalt umgeschlagen. Drei Burschen wurden dabei mit einem Messer verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Als mutmaßlicher Täter gilt ein erst zwölfjähriger Bursche.
Großeinsatz nach Raufhandel
Wie der ORF Wien berichtet, wurde die Polizei am Donnerstagabend gegen 19.20 Uhr wegen eines Raufhandels im Wielandpark im 10. Wiener Gemeindebezirk alarmiert. Als Beamte des Stadtpolizeikommandos Favoriten und der Bereitschaftseinheit Wien eintrafen, fanden sie drei Jugendliche mit Stich- und Schnittverletzungen vor.
Schwere Verletzungen im Brustbereich
Am schwersten traf es einen 15-Jährigen: Er erlitt laut VIENNA.AT lebensgefährliche Stichverletzungen im Brustbereich. Nach der notfallmedizinischen Erstversorgung durch die Berufsrettung Wien wurde er mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Sein Zustand hat sich mittlerweile stabilisiert. Auch ein 14-Jähriger und ein 16-Jähriger wurden nach ihrer medizinischen Versorgung in ein Spital gebracht, ihre Verletzungen waren jedoch nicht lebensbedrohlich.
Verdächtiger nach Fahndung gefasst
Der mutmaßliche Täter war beim Eintreffen der Polizei bereits geflüchtet. Nach ersten Ermittlungen soll es sich dabei um einen zwölfjährigen syrischen Staatsangehörigen handeln, wie sowohl der ORF als auch MeinBezirk.at übereinstimmend berichten. Im Zuge einer sofort eingeleiteten Fahndung konnten Beamte der Sondereinheit WEGA den Verdächtigen kurze Zeit später in der Laaer-Berg-Straße anhalten. Das mutmaßliche Tatmesser, ein Klappmesser, soll er während der Flucht weggeworfen haben – es wurde im Nahbereich sichergestellt.
Kein Strafverfahren wegen Unmündigkeit
Da der Verdächtige aufgrund seines Alters strafunmündig ist, konnte gegen ihn kein reguläres Strafverfahren eingeleitet werden. Er wurde auf eine Polizeiinspektion gebracht und anschließend seinen Obsorgeberechtigten übergeben. Die weiteren Ermittlungen zu den Hintergründen der Auseinandersetzung hat das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Süd, übernommen. Zum genauen Tathergang machte die Polizei bislang keine weiteren Angaben. Für den Zwölfjährigen gilt die Unschuldsvermutung.
Politische Reaktionen folgten prompt
Der Vorfall sorgte noch am selben Tag für politische Reaktionen. FPÖ-Sicherheitssprecher Stefan Berger bezeichnete die Tat in einer Aussendung als „weiteren Beleg für eskalierende Jugendkriminalität“ und sprach von durchschnittlich drei Messerattacken pro Tag in Wien. SPÖ, ÖVP und NEOS verschlössen bewusst die Augen vor der Realität, so der Vorwurf des FPÖ-Politikers.
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