Hitzewelle leert die Regale: Klimageräte-Nachfrage explodiert um 355 Prozent

Hitzewelle leert die Regale: Klimageräte-Nachfrage explodiert um 355 Prozent

Die Rekordhitze Ende Juni hat in Österreich einen regelrechten Kaufrausch bei Klimageräten ausgelöst. Auch Wochen später sind viele Modelle noch immer nicht lieferbar – und Experten rechnen bereits mit der nächsten Welle.

Ein Nachfrageschub historischen Ausmaßes

Wie Der Standard berichtet, herrschte Ende Juni bei Temperaturen jenseits der 35 Grad regelrechte Krisenstimmung in Österreich: Schulkinder mussten in Schwimmbäder ausweichen, auf der Westautobahn wölbten sich Betonplatten, und der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband warnte, das heimische Gesundheits- und Pflegesystem sei auf derart lange und intensive Hitzeperioden nicht ausreichend vorbereitet. In dieser Situation stieg die Nachfrage nach Klimageräten in Österreich im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 355 Prozent. Besonders gefragt waren mobile Klimaanlagen mit einem Plus von 424 Prozent, gefolgt von Split-Klimageräten (plus 326 Prozent) und Ventilatoren (plus 281 Prozent).

Preise ziehen kräftig an

Die enorme Nachfrage blieb nicht ohne Folgen für die Preise: Mobile Klimageräte verteuerten sich zeitweise um bis zu 26 Prozent. Dass Preissprünge bei Hitzewellen keine Seltenheit sind, zeigen auch historische Daten des Preisvergleichsportals Geizhals.at: Bereits in früheren Jahren waren Split-Geräte im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 28 Prozent teurer geworden, während günstigere Monoblock-Geräte preisstabiler blieben.

Handel und Handwerk am Limit

Wie stark der Ansturm den heimischen Handel und das Kältetechnik-Gewerbe forderte, zeigen Berichte aus mehreren Bundesländern. Der ORF Steiermark zitiert einen Elektrohändler, der die Nachfrage als „exorbitant“ bezeichnete – man habe Geräte teils sogar in andere Bundesländer verschickt, weil die Wiener Händler bereits komplett ausverkauft gewesen seien. Auch bei Kältetechnikunternehmen in Niederösterreich stapelten sich die Aufträge: Wie der ORF NÖ berichtet, verzeichnete ein mittelständisches Unternehmen im Bezirk Bruck an der Leitha im Juni 2026 mit 457 Anfragen um 103 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – eine Auftragsflut, die die 27 Mitarbeiter kaum bewältigen konnten.

Ausverkauft trotz Abkühlung

Auch wenn sich die Temperaturen mittlerweile wieder normalisiert haben, sind die Nachwirkungen des Kaufrauschs vielerorts noch spürbar: Zahlreiche Händler kämpfen weiterhin mit leeren Lagern oder deutlich längeren Lieferzeiten bei besonders gefragten Modellen.

Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt

Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage erneut anziehen wird, sobald die nächste Hitzewelle Österreich erreicht. Langfristige Wetterprognosen deuten darauf hin, dass im Laufe des Sommers wieder deutlich höhere Temperaturen möglich sind. Wer noch mit dem Kauf einer Klimaanlage liebäugelt, könnte daher aktuell einen günstigeren Zeitpunkt erwischen als mitten in der nächsten Hitzeperiode – sobald die Temperaturen wieder steigen, dürfte auch der Run auf die Geräte erneut beginnen.

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