Waffenruhe vorbei, Gespräche laufen: Trumps widersprüchliche Iran-Botschaft

Waffenruhe vorbei, Gespräche laufen: Trumps widersprüchliche Iran-Botschaft

Ein Post auf Truth Social, zwei gegensätzliche Botschaften: US-Präsident Donald Trump erklärt die Waffenruhe mit dem Iran einerseits für beendet – kündigt andererseits aber neue Verhandlungen an. Der Grund: Teheran habe selbst um eine Fortsetzung der Gespräche gebeten.

Trumps Doppelbotschaft auf Truth Social

Wie Reuters berichtet, erklärte Trump am Freitag, die Islamische Republik Iran habe die USA gebeten, die Gespräche fortzusetzen – dem habe man zugestimmt. Gleichzeitig betonte er, den Iran unmissverständlich darüber informiert zu haben, dass die im Juni vereinbarte Waffenruhe vorbei sei. Das Wort „Gespräche“ setzte Trump dabei bewusst in Anführungszeichen, wie t-online berichtet – ein Detail, das auf seine Skepsis gegenüber der Ernsthaftigkeit der iranischen Bitte hindeuten könnte.

Bereits beim NATO-Gipfel angekündigt

Ganz überraschend kommt die Ansage nicht: Bereits beim NATO-Gipfel in Ankara hatte Trump in dieser Woche erklärt, die Waffenruhe sei aus seiner Sicht beendet. Wie das ZDF berichtet, stellte er in Ankara aber gleichzeitig klar, dass seine Unterhändler weiterhin mit dem Iran sprechen würden, sofern dieser das wünsche. Diese Linie bestätigte sich nun mit der aktuellen Truth-Social-Nachricht.

Neue Angriffe mitten in der Woche

Der Kontext für Trumps Ankündigung ist alles andere als friedlich: Die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran waren laut den Salzburger Nachrichten mitten in der Woche wieder aufgeflammt. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben in den Nächten zum Mittwoch und Donnerstag zahlreiche militärische Ziele im Iran an. Als Reaktion griffen iranische Streitkräfte am Donnerstag laut Reuters US-Militärinfrastruktur in mehreren Golfstaaten an, konkret in Bahrain und Kuwait.

Vermittler aus der Region schalten sich ein

Angesichts der neuerlichen Eskalation versuchen mehrere Golfstaaten, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, riefen Ägypten und Katar die USA und den Iran öffentlich dazu auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Auch eine katarische Delegation traf laut ZDF-Bericht unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Tasnim mittlerweile in Teheran ein, um die eigene Vermittlerrolle in dem Konflikt zu stärken. Bereits zuvor hatte Katar dem Iran einen Angriff auf einen Flüssiggastanker in der Straße von Hormus vorgeworfen, bei dem auch zwei weitere Schiffe getroffen worden waren.

Ein brüchiges Abkommen von Mitte Juni

Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni im Zuge der Bemühungen um ein Kriegsende ursprünglich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das als Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen dienen sollte. Wie das ZDF berichtet, waren die Gespräche jedoch bereits vor den jüngsten Angriffen ins Stocken geraten. Ein ZDF-Korrespondent kommentierte die aktuelle Entwicklung mit dem Hinweis, dass Trumps Glaubwürdigkeit weiter leide, nachdem er den Iran bereits vor Wochen militärisch für besiegt erklärt hatte.

Ein Konflikt mit Folgen an der Staatsspitze

Der jüngste Kriegsverlauf hat den Iran auch politisch erschüttert: Der langjährige Führer Ayatollah Ali Khamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte, wurde am ersten Tag des Krieges bei einem Luftangriff auf seine Residenz in Teheran getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei demselben Angriff verletzt und später zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen – in der Öffentlichkeit wurde er seither allerdings nicht mehr gesehen, auch nicht bei der Beisetzung seines Vaters.

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