Blaues Beben in Innsbruck: FPÖ wirft eigene Gemeinderätin aus der Partei

Blaues Beben in Innsbruck: FPÖ wirft eigene Gemeinderätin aus der Partei

Was am Vormittag mit einem Klub-Austritt begann, endete am selben Tag mit einem kompletten Rauswurf: Die Innsbrucker FPÖ-Politikerin Marlene Trinkl ist innerhalb weniger Stunden nicht nur aus dem Gemeinderatsklub, sondern gleich auch aus der Partei geflogen.

Der erste Schritt: Austritt aus dem Klub

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, verkündete die 68-jährige Trinkl am Freitagvormittag ihren Rückzug aus dem freiheitlichen Klub im Innsbrucker Gemeinderat. Als Auslöser nannte sie interne Anfeindungen und Meinungsverschiedenheiten. Im Klub habe es „gewisse Menschen“ gegeben, die nicht hinter ihr gestanden seien und nicht mit ihr hätten arbeiten wollen, erklärte Trinkl gegenüber der Zeitung. Zudem seien die Anliegen der Senioren, für die sie sich einsetze, laufend missachtet worden, die Zusammenarbeit habe sich zunehmend schwieriger gestaltet. Die Innsbrucker FPÖ weiche darüber hinaus teilweise auch stark von der Parteilinie ab, so ihr Vorwurf.

Der Auslöser: Gerede hinter ihrem Rücken

Den eigentlichen Wendepunkt beschreibt Trinkl mit einem konkreten Vorfall im Stadtsenat: Dort sei im Vorfeld offenbar sie selbst und ihre Arbeit gegenüber Mitgliedern anderer Fraktionen schlechtgeredet worden. So etwas gehe einfach nicht, erklärte sie gegenüber der „TT“ – sie habe keinen anderen Ausweg mehr gesehen, als aus dem Klub auszutreten. Ihr Mandat wollte sie zunächst behalten und als freie Mandatarin im Gemeinderat verbleiben, um dort nach eigenen Worten „die eigentlichen Werte der FPÖ“ zu vertreten. Ihre Parteimitgliedschaft wollte sie ausdrücklich nicht zurücklegen.

Die Reaktion: Sofortiger Parteiausschluss

Diese Rechnung ging allerdings nicht auf. FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel forderte Trinkl gegenüber der APA zunächst ultimativ auf, ihr Mandat zurückzulegen – schließlich habe sie es nur wegen der Partei bekommen. Wer aus dem Klub austrete, wolle offenbar auch mit der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft nichts mehr zu tun haben, so Federspiel.

Wie der ORF Tirol berichtet, ließen die Konsequenzen nicht lange auf sich warten: Noch am selben Tag schloss die Tiroler FPÖ Trinkl mit sofortiger Wirkung aus der Partei aus. Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter begründete den Schritt gegenüber der APA mit „Gefahr im Verzug“. Wer sich aus freien Stücken vom Gemeinderatsklub verabschiede und damit der gemeinsamen politischen Linie den Rücken kehre, könne nicht gleichzeitig weiterhin Teil der Gesinnungsgemeinschaft sein, so die Begründung der Landespartei.

Deutliche Worte vom Stadtparteichef

Auch inhaltlich blieb Federspiel nicht zurückhaltend. „Die Selbstüberschätzung ist grandios“, kommentierte er Trinkls Vorgehen und warf ihr vor, sich selbst statt die Gemeinschaft in den Vordergrund gestellt zu haben. Einen Verlust für die Innsbrucker FPÖ sah der Stadtparteichef in dem Vorfall nicht – seine knappe Bilanz: „Die Karawane zieht weiter.“ Auf die genauen inhaltlichen Hintergründe der Eskalation wollte Federspiel öffentlich nicht näher eingehen.

Die politischen Folgen

Trinkl saß seit der Gemeinderatswahl 2024 für die FPÖ im 40-köpfigen Innsbrucker Gemeinderat, in dem die Partei bislang mit sieben Mandaten vertreten war. Ob sie ihr Mandat nun als fraktionslose Abgeordnete behält oder es tatsächlich zurücklegt, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch offen.

Credits: rudi-federspiel.at/neustart

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