Umfrage: ÖVP und SPÖ legen leicht zu – Ampel bleibt weit von einer Mehrheit entfernt

Umfrage: ÖVP und SPÖ legen leicht zu – Ampel bleibt weit von einer Mehrheit entfernt

Ein Prozentpunkt hier, ein Prozentpunkt da: Die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ können sich in der neuen Sonntagsfrage leicht verbessern, die FPÖ gibt einen Punkt ab. Für die Dreierkoalition ändert das allerdings wenig. Rechnerisch hätte sie im Nationalrat weiterhin keine Mehrheit. Und die KPÖ würde den Einzug ins Parlament schaffen, zum ersten Mal seit 1959.

Die Zahlen

Wäre am Sonntag Nationalratswahl, käme die FPÖ laut der Lazarsfeld-Umfrage für oe24 auf 37 Prozent, einen Punkt weniger als in der Vorwoche. Die ÖVP verbessert sich um einen Punkt auf 21 Prozent, die SPÖ ebenfalls um einen Punkt auf 15 Prozent. Die NEOS stagnieren bei 6 Prozent, die Grünen verlieren einen Punkt und kommen auf 12 Prozent. Die KPÖ erreicht mit genau 4 Prozent die Hürde für den Einzug ins Parlament. Befragt wurden 2.000 Personen zwischen 19. und 26. Oktober, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 2,2 Prozentpunkten.

Kleine Bewegungen

Wie viel die Veränderungen bedeuten, ist allerdings fraglich. Alle Verschiebungen liegen bei einem Prozentpunkt und damit innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Hinzu kommt, dass sich der Befragungszeitraum mit jenem der Vorwoche überschneidet, die vom 12. bis 20. Oktober lief. Seriös lässt sich nur sagen: Die Lage ist stabil, mit einer leichten Tendenz zugunsten der Regierungsparteien. Von einem “Rückenwind”, wie oe24 titelt, kann man allenfalls in sehr kleinem Maßstab sprechen.

81 statt 92 Mandate

Für eine Mehrheit im Nationalrat braucht es mindestens 92 der 183 Mandate. ÖVP, SPÖ und NEOS kämen laut der Hochrechnung von oe24 zusammen auf 81 Sitze, 41 für die ÖVP, 29 für die SPÖ und 11 für die NEOS. Das sind elf Mandate zu wenig und deutlich weniger als die 109 Sitze, die die Koalition derzeit hält. Auch andere Kombinationen wie ein Bündnis aus ÖVP und SPÖ oder aus SPÖ, Grünen und NEOS hätten keine Mehrheit. Die FPÖ käme auf 72 Mandate.

KPÖ zurück nach 67 Jahren

Spannend wird es am linken Rand. Mit genau 4 Prozent würde die KPÖ laut Hochrechnung sieben Abgeordnete stellen. Es wäre ihre Rückkehr in den Nationalrat nach 67 Jahren – zuletzt war sie dort bis 1959 vertreten. Allerdings liegt sie exakt an der Hürde, schon ein halber Prozentpunkt weniger würde für den Einzug nicht reichen. Bei der Nationalratswahl 2024 hatte die KPÖ den Einzug knapp verpasst.

Kanzlerfrage: Stocker legt zu

Auch in der Kanzlerfrage gibt es Bewegung. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) verbessert sich laut oe24 auf 15 Prozent, in der Vorwoche waren es 13 Prozent. FPÖ-Chef Herbert Kickl bleibt mit 33 Prozent unangefochten vorne. Bei einer Direktwahl käme er damit auf mehr als doppelt so viele Stimmen wie der Amtsinhaber.

Credits: Florian Schrötter, BKA

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