Trump storniert geplanten Großangriff auf Iran – Feuerpause soll Deal ermöglichen

Trump storniert geplanten Großangriff auf Iran – Feuerpause soll Deal ermöglichen

Kurz vor einem der potenziell heftigsten Angriffe seit Kriegsbeginn hat US-Präsident Donald Trump überraschend zurückgerudert. Wie er am Samstag mitteilte, verzichten die USA vorerst auf weitere Angriffe auf den Iran – Verhandlungen sollen nun eine Lösung bringen.

Ein Rückzieher in letzter Minute

Die USA seien von Iran und weiteren Ländern der Region gebeten worden, einen Angriff auszusetzen, da sich die „Eckpunkte einer Vereinbarung“ bereits abzeichneten, schrieb Trump am Samstag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social, wie oe24 berichtet. „Auf Grundlage dieser Bitte habe ich zugestimmt, den Angriff abzusagen“ – allerdings unter der Bedingung, dass rasch eine Einigung erzielt werde. Auch Israel werde sich vorerst an die Vereinbarung halten und von weiteren Angriffen absehen.

Was auf dem Spiel stand

Der Rückzieher kam nicht aus dem Nichts. Nach mehrtägiger Kampfpause hatten sich die USA und der Iran in der vergangenen Woche erneut gegenseitig angegriffen. Laut CBS News planten die USA und Israel eine der bislang heftigsten Bombenkampagnen gegen iranische Energieinfrastruktur, mit möglichen Angriffen bereits am vergangenen Wochenende. Trump selbst hatte dem Iran erst am Freitag massive Angriffe angedroht und bei einer Kabinettssitzung in Camp David erklärt: „Wir werden ihn ganz hart angehen.“ Die USA seien bereit, den Iran mit „einem Ausmaß an militärischem Terror, Stärke und Kraft“ anzugreifen, „wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen wurde“, zitiert oe24 aus Trumps eigenem Beitrag.

Die Bedingungen der möglichen Einigung

Zu den Eckpunkten der sich abzeichnenden Vereinbarung zählt laut Trump die vollständige und sofortige Öffnung der Straße von Hormuz sowie ein Ende der vom Iran ausgehenden nuklearen Bedrohung, wie auch der US-Nachrichtensender CBS News aus seinem Truth-Social-Beitrag zitiert. Die Meerenge, durch die normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports laufen, gilt seit Kriegsbeginn Ende Februar als faktisch geschlossen. Die Vermittlerrolle bei dem angeblichen Vorstoß dürfte teilweise auch von saudischer Seite gekommen sein: Wie das Portal Axios berichtete, hatte Kronprinz Mohammed bin Salman in einem Telefonat mit Trump Bedenken hinsichtlich einer weiteren Eskalation des Konflikts geäußert.

Erste Ruhe nach Tagen der Eskalation

Konkrete Auswirkungen zeigten sich bereits: In der Nacht auf Samstag wurden keine neuen Angriffe gemeldet, wie oe24 berichtet – zunächst auch nicht in der Nacht auf Sonntag. Eine offizielle Reaktion aus Teheran auf Trumps Ankündigung lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vor.

Ein Muster, das sich wiederholt

Bemerkenswert ist, dass es nicht das erste Mal ist, dass Trump kurz vor angedrohten Großangriffen auf eine angebliche Einigung zur Öffnung der Straße von Hormuz verweist – bereits im April hatte er unter ähnlichen Bedingungen eine zweiwöchige Feuerpause verkündet, die in der Folge nicht von Dauer war. Ob die aktuelle Ankündigung tatsächlich zu einer belastbaren Vereinbarung führt oder nur eine weitere temporäre Verschnaufpause in einem seit Ende Februar andauernden Krieg darstellt, bleibt vorerst offen.

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