Neue Zahlen zu ausländischen Tatverdächtigen sorgen für Wirbel – nicht wegen ihres Inhalts, sondern wegen der aus FPÖ-Sicht fehlenden medialen Aufmerksamkeit dafür. Die Partei wirft dem ORF vor, über die Daten bewusst zu schweigen.
Die zugrunde liegenden Zahlen
Grundlage der Kritik ist eine bereits am Mittwoch von „Heute“ veröffentlichte parlamentarische Anfragebeantwortung von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) an die FPÖ. Demnach wurden 2025 insgesamt 164.573 fremde Tatverdächtige registriert, ein Plus von 7.515 gegenüber dem Vorjahr. Die Anfragebeantwortung weist zudem 21 Morde durch Nichtösterreicher, 471 Vergewaltigungen sowie 1.468 Fälle schwerer Körperverletzung durch ausländische Tatverdächtige aus. Auch bei tatverdächtigen Asylwerbern wurde demnach ein neuer Höchststand erreicht.
Hafeneckers Vorwurf an den ORF
„Während die jüngsten Zahlen zur Ausländerkriminalität eine alarmierende Entwicklung dokumentieren und zu den sicherheitspolitisch wichtigsten Themen des Landes zählen, berichtete der ORF gestern weder in seinen Fernsehnachrichten noch im Radio oder auf seinen Online-Plattformen darüber“, erklärte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker in einer Aussendung. „Diese Entwicklungen betreffen jeden einzelnen Österreicher und müssten eigentlich die Berichterstattung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks dominieren. Stattdessen herrscht im ORF auffälliges Schweigen. Wer solche Zahlen verschweigt, verschweigt die Realität in unserem Land.“
Der Vorwurf der selektiven Berichterstattung
Hafenecker geht in seiner Kritik über den Einzelfall hinaus und wirft dem Sender ein grundsätzliches Muster vor: „Wenn es darum geht, der FPÖ mit konstruierten Zusammenhängen, belanglosen und alten Chatverläufen oder fragwürdigen Kampagnen – oftmals im Gleichklang mit linken Medien – zu schaden, kennt der ORF weder Zurückhaltung noch Nachrichtenknappheit. Dann wird tagelang berichtet, kommentiert und moralisiert. Geht es aber um die dramatisch steigende Ausländerkriminalität und deren Folgen für die Sicherheit der eigenen Bevölkerung, herrscht plötzlich Funkstille.“
Der Ameisen-Vergleich als Zuspitzung
Besonders plakativ wird der FPÖ-Generalsekretär mit einem konkreten Vergleich zur Themensetzung desselben Tages: Während die Kriminalitätszahlen den Redaktionen offenbar keine Meldung wert gewesen seien, sei ausführlich über einen Sternekoch in Südkorea berichtet worden, dem eine Gefängnisstrafe wegen des Servierens von Ameisen im Dessert drohe. Diese Prioritätensetzung sei „an Absurdität kaum mehr zu überbieten“, so Hafenecker.
Auch die neue ORF-Führung bringe keine Änderung
Hafenecker zeigt sich zudem skeptisch, dass sich an dieser Praxis unter der designierten neuen ORF-Führung etwas ändern werde: Der Sender agiere weiterhin „als politischer Akteur statt als objektiver Informationsanbieter“. Kritische Berichterstattung über die Folgen der Migrationspolitik bleibe weitgehend aus, während „gegen die FPÖ regelmäßig politische Kampagnen gefahren“ würden.
Wichtige Einordnung zur Statistik selbst
Zur sachlichen Einordnung der zugrunde liegenden Zahlen: Das Innenministerium selbst hatte bereits zuvor auf eine ähnliche Interpretation der Statistik reagiert und betont, die Kategorie „fremde Tatverdächtige“ umfasse alle Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft – also auch Erwerbstätige, Studierende, Touristen oder Personen mit Wohnsitz im Ausland. Eine Gleichsetzung der Gesamtzahl mit einzelnen Personengruppen wie Asylwerbern sei daher unzutreffend. Das Ministerium verweist zudem auf eine erstmals erreichte „Minuszuwanderung“, wonach es im Vorjahr mehr Abschiebungen als neue Asylanträge gegeben habe.
Wie es weitergeht
Der ORF selbst hat sich zu den konkreten Vorwürfen Hafeneckers bislang nicht öffentlich geäußert. Ob und wann der Sender die entsprechenden Zahlen aus der Anfragebeantwortung noch aufgreift, bleibt vorerst offen.
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