Die ÖVP-SPÖ-Neos-Regierung gilt nicht erst seit gestern als teuer. Jetzt liegen dank einer parlamentarischen Anfrage neue Zahlen auf dem Tisch — und die haben es in sich.
Das Sonderbüro, das niemand kannte
Schon vor Wochen berichtete heute.at, dass Außenministerin Beate Meinl-Reisinger im Außenministerium nicht nur ein Staatssekretariat für Neos-Urgestein Sepp Schellhorn eingerichtet hat, sondern auch eine eigene Koordinierungsstelle für die pinke Regierungsarbeit. Geleitet wird dieses Büro vom ehemaligen Neos-Klubdirektor Armin Hübner — inklusive Referenten und Assistenten.
Was das kostet, wollte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz wissen. Er richtete eine Anfragenserie an sämtliche Bundesressorts, um die Personalkosten der Ministeriumskabinette im vierten Quartal 2025 zu durchleuchten. Das Ergebnis, das Außenministerium nun dem Parlament offengelegt hat: Meinl-Reisingers Koordinierungsbüro kostet jährlich 704.354 Euro. Allein in Monaten ohne Sonderzahlungen fallen monatlich 50.311,31 Euro an Steuermitteln an. heute
Schellhorn und das Kabinett on top
Damit nicht genug. Das Sonderbüro ist nur ein Teil der Kosten im Außenministerium. Schellhorns eigenes Büro kommt auf 83.164,53 Euro pro Monat, das Kabinett der Außenministerin selbst auf 140.084,90 Euro monatlich. heute Meinl-Reisinger gewährte ihren Mitarbeitern zudem im letzten Quartal 2025 Bonuszahlungen von 9.075 Euro — während die Bundesregierung gleichzeitig einen Sparkurs predigt.
Bei ÖVP und SPÖ erledigen die jeweiligen Staatssekretäre die Koordinierungsaufgaben nebenbei, ohne eigenes Büro dafür. Bei den Neos wurde dafür eine eigene Stelle geschaffen.
Drei Millionen Euro pro Monat für alle Kabinette
Die Anfrage von Schnedlitz fördert aber ein noch größeres Bild zutage: Insgesamt schlagen die Kosten für sämtliche Ministeriumskabinette mit über drei Millionen Euro pro Monat zu Buche. heute Spitzenreiter ist das Kanzleramt mit rund 239.000 Euro monatlich, gefolgt vom Innenministerium mit knapp 222.000 Euro. Das Medienministerium von SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler kommt nach Neuanstellungen bereits auf über 200.000 Euro pro Monat.
Dazu kamen im vierten Quartal 2025 insgesamt fast 80.000 Euro an Bonuszahlungen quer durch die Kabinette — laut Exxtra24 allerdings nur ein Ausschnitt, da Boni häufig in anderen Quartalen ausbezahlt werden. Exxtra24 Das tatsächliche Jahresvolumen dürfte damit deutlich höher liegen.
FPÖ spricht von „Verhöhnung der Bürger“
Schnedlitz lässt an der Regierung kein gutes Haar. Auf dem österreichischen Parlaments-Server sind die entsprechenden schriftlichen Anfragen (u.a. 4237/J) öffentlich einsehbar. Gegenüber heute.at erklärte der FPÖ-Generalsekretär: „Das Steuergeld wird mit beiden Händen zum Fenster hinausgeworfen. Das ist gerade in Zeiten der Rekordteuerung schäbig. Eine Verhöhnung der fleißigen Bürger, die diesen Irrsinn finanzieren müssen!“ heute
Die Bundesregierung hat sich zu den Zahlen bislang nicht öffentlich geäußert.
Quellen: heute.at (18.2.2026), parlament.gv.at (Anfrage 4237/J u.a.), exxtra24.at, fpoe.at
Credits: APA
Neueste Kommentare