Regierungskabinette kassierten im Sparhaushalt fast 80.000 Euro Boni

Regierungskabinette kassierten im Sparhaushalt fast 80.000 Euro Boni

Während die Bundesregierung das Budget konsolidiert und Österreichs Steuerzahler die Gürtel enger schnallen, flossen im vierten Quartal 2025 fast 80.000 Euro an Bonuszahlungen in die Ministeriumskabinette. Das zeigt eine parlamentarische Anfrage-Serie der FPÖ. Die Opposition ist empört.

Fast 80.000 Euro in nur drei Monaten

Wie oe24 berichtet, zahlte die Bundesregierung allein im vierten Quartal 2025 insgesamt 79.148 Euro als „Belohnungen“ an Kabinettsmitarbeiter aus. Die größte Einzelsumme entfällt dabei auf das Verteidigungsministerium von Klaudia Tanner (ÖVP): Satte 39.400 Euro wurden dort an 34 Mitarbeiter des Kabinetts und Generalsekretariats ausgeschüttet – das entspricht im Schnitt rund 1.159 Euro pro Person.

Es folgen das Wirtschaftsministerium von Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) mit 14.280 Euro sowie das Außenministerium mit 14.205 Euro. Das Justizministerium von Anna Sporrer (SPÖ) zahlte 6.723 Euro an 10 Kabinettsmitarbeiter aus. Kleinere Beträge flossen laut oe24 noch aus dem Kulturressort von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) mit 1.100 Euro, dem Verkehrsministerium mit 800 Euro und dem Gesundheitsministerium mit 200 Euro.

„Weihnachtsgeschenke“ vom Steuerzahler

Das Wirtschaftsministerium erklärte die Auszahlung auf Nachfrage unverblümt: Die Summe schließe die „Belohnungen aus Anlass des Weihnachtsfestes“ ein.

Hinweis zur Einordnung: Die Anfrage-Serie der FPÖ bezog sich ausdrücklich nur auf das vierte Quartal 2025. Da Bonuszahlungen in Ministerien zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen – häufig etwa im zweiten Quartal – bilden die genannten 79.148 Euro laut oe24 nur einen Ausschnitt ab. Das tatsächliche Jahresvolumen an Belohnungen in den Kabinetten dürfte damit erheblich höher liegen.

FPÖ sieht Selbstbedienungsmentalität

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, der die Anfragen an die Ministerien einbrachte, findet klare Worte: „Während die Österreicher geschröpft werden, gönnen manche Minister ihren Mitarbeitern auch noch üppige Bonuszahlungen. Wofür genau eigentlich? Für die Rekordschulden im Land, für eine beispiellose Pleitewelle oder die Rekordarbeitslosigkeit?“

Schnedlitz geht in seiner Kritik noch weiter: „Die größte und teuerste Regierung aller Zeiten ist ein Selbstbedienungsladen. Damit muss endlich Schluss sein!“ Die FPÖ nutzt parlamentarische Anfragen systematisch als Kontrollinstrument, um Ausgaben der Bundesregierung transparent zu machen – und stößt damit regelmäßig auf breite Medienaufmerksamkeit.

Kabinettsmitarbeiter ohnehin keine Geringverdiener

Der Kontext ist pikant: Kabinettsmitarbeiter in österreichischen Ministerien gehören grundsätzlich nicht zu den schlechter Verdienenden. Viele sind mit Sonderverträgen ausgestattet, die deutlich über den regulären Gehaltstabellen des öffentlichen Dienstes liegen. Überstunden werden bei Sondervertragsangestellten in der Regel bereits durch das vereinbarte All-in-Entgelt abgegolten – Bonuszahlungen kommen bei jenen Mitarbeitern zusätzlich hinzu, die keinen solchen Sondervertrag haben.

Eine Stellungnahme der betroffenen Ministerien zu den Bonuszahlungen liegt bislang – mit Ausnahme der Erklärung des Wirtschaftsministeriums zur Weihnachtsbelohnung – nicht vor.

Credits: APA

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