Schweizerhaus-Eklat: Was Strache damit zu tun hat

Schweizerhaus-Eklat: Was Strache damit zu tun hat

Ein Tisch für zehn Personen, ein falscher Sekt, fehlender Senf zur Stelze – und am Ende der Vorwurf einer schweren Beleidigung. Was beim Saisonabschluss im Wiener Schweizerhaus geschah, ist inzwischen ein Streit, der auf Facebook und Instagram ausgetragen wird. Das frühere Model Evelyn Rillé erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Kellner, das Lokal widerspricht in Teilen. Mit am Tisch saß Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Die Vorwürfe

Rillé hatte für das Saisonfinale im Prater einen Tisch für sich und neun weitere Personen reserviert, wie oe24 berichtet. In einem Posting beklagte sie Probleme mit Essen und Getränken, vor allem aber das Verhalten eines Kellners. Dieser soll die Runde unter anderem als “Nutten” beschimpft haben. In einem zweiten Posting schilderte sie einen weiteren Vorfall: Drei andere Kellner hätten ihren Kollegen an den Armen aus dem Raum bringen müssen, anschließend habe er mit der Faust gegen eine Wand geschlagen.

Das Schweizerhaus widerspricht in Teilen

Das Lokal reagierte mit einer ausführlichen Antwort unter Rillés Posting. Man habe die Beschwerden intern überprüft, einige Schilderungen könne man aber nicht nachvollziehen. So stehe der von Rillé erwähnte Rosé-Prosecco gar nicht auf der Getränkekarte. Serviert worden sei der regulär angebotene Schlumberger Rosé, der nach der Beanstandung kostenlos ausgetauscht worden sei. Nach den ersten Beschwerden habe man das Gespräch gesucht und den zuständigen Kellner ausgetauscht. Die Gäste seien mit der Entschuldigung der Restaurantleitung zufrieden gewesen und hätten ihren Abend fortgesetzt. Zudem verweist das Schweizerhaus auf den enormen Andrang beim Saisonabschluss, der zu Wartezeiten geführt habe. Die Kritik wolle man für Verbesserungen nutzen. Auf den Beleidigungsvorwurf selbst geht die Stellungnahme laut oe24 nicht konkret ein.

Rillé: “Keineswegs erledigt”

Genau das kritisiert Rillé. “Dass wir den Abend fortgesetzt haben, bedeutet allerdings keineswegs, dass damit sämtliche Vorfälle geklärt oder für uns erledigt waren”, schreibt sie. Dass sich andere Mitarbeiter um die Gruppe bemüht und entschuldigt hätten, bestreitet sie nicht. Es sei ihr aber nie in erster Linie um den Schaumwein gegangen, sondern um den Umgang mit den Gästen. Inzwischen wehrt sich Rillé auch gegen heftige persönliche Angriffe in Kommentarspalten. “Ich frage mich ernsthaft, was mein Alter, meine Fotos, meine frühere Tätigkeit als Model oder gar mein Privatleben mit dem Vorfall im Schweizerhaus zu tun haben.”

Strache am Tisch

Neu ist nun ein prominentes Detail. Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache saß laut oe24 mit am Tisch und veröffentlichte selbst ein Foto der Runde auf Instagram, auf dem er und Rillé gut gelaunt anstoßen. Dazu schrieb er: “Schweizerhaus-Closing: Die Saison geht, die Freundschaft bleibt. Ein letztes Prost auf Wiener Gemütlichkeit!” Den Vorfall erwähnt er nicht. Ein Augenzeuge, den oe24 nicht namentlich nennt, berichtet, Strache habe versucht, die Situation zu beruhigen, der Eklat sei ihm unangenehm gewesen. Derselbe Augenzeuge spricht von lauten Wortwechseln und “einigen Handgreiflichkeiten”. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht. Dass Strache den Streit ausgelöst oder befeuert hätte, wie die oe24-Überschrift nahelegt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Was offen ist

Ob der Kellner die Gäste tatsächlich beleidigt hat, ist bisher nicht geklärt. Seine eigene Darstellung ist nicht bekannt, das Schweizerhaus hat sich zu diesem Vorwurf nicht konkret geäußert. Auch Strache hat sich zu dem Vorfall bisher nicht öffentlich geäußert. Rillé hält an ihrer Schilderung fest.

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