Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 der 100 Sitze im Senat, 36 Gouverneure: In den USA wird am Dienstag gewählt, und für Präsident Donald Trump steht viel auf dem Spiel. Verlieren seine Republikaner die Mehrheit im Kongress, wird das Regieren in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit deutlich schwerer. Die letzten Umfragen vor der Wahl sehen die Demokraten vorne.
32 Prozent Zustimmung
Trump geht mit schwachen Werten in den Wahltag. In der letzten Umfrage von Reuters und Ipsos vor der Wahl, durchgeführt vom 29. Oktober bis 2. November, kommt er auf 32 Prozent Zustimmung, knapp über seinem Rekordtief von 31 Prozent vor zwei Wochen. Der Durchschnitt aller Umfragen bei RealClearPolitics lag am Montag bei 39,3 Prozent Zustimmung und 58,8 Prozent Ablehnung. Auch bei der Frage, welche Partei die Befragten bei der Kongresswahl wählen würden, liegen die Demokraten laut Reuters/Ipsos mit 46 zu 38 Prozent vorne. Der Vorsprung ist allerdings geschrumpft, in der Vorwoche betrug er noch elf Punkte.
Eine Abstimmung über Trump
Wie sehr sich die Wahl um den Präsidenten dreht, zeigt ein weiterer Wert aus der Umfrage. Die Hälfte der unabhängigen Wähler sieht ihre Stimme laut Reuters als Votum gegen Trump, nur 13 Prozent als Votum für ihn, für ein Drittel spielt er keine Rolle. Die Midterms gelten traditionell als Stimmungstest für den Präsidenten, und meist verliert dessen Partei Sitze. Die Republikaner verteidigen derzeit eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus und 53 der 100 Sitze im Senat.
26 Auftritte in 23 Tagen
Trump hat sich in den Wahlkampf geworfen wie selten ein Präsident bei Zwischenwahlen. Laut oe24 absolvierte er 26 Auftritte in 23 Tagen. “Ich mache den Laden hier dicht, ich brauche ein wenig Schlaf”, verabschiedete er sich beim letzten Auftritt in Kansas. Laut NPR verband er seine Schlussauftritte mit einem nostalgischen Ton und bedankte sich bei seinen Anhängern für die gemeinsamen Erinnerungen.
Der 5.000-Dollar-Bonus
Zentral in seinem Wahlkampf war ein Versprechen. Trump stellte jedem erwachsenen US-Bürger eine “Dividende” von 5.000 Dollar in Aussicht, allerdings nur, wenn die Republikaner beide Kammern des Kongresses gewinnen. “Wenn die Republikaner gewinnen, gewinnt ihr mit uns, und ihr bekommt 5.000 Dollar”, sagte er laut CNBC bei einem Auftritt in Dallas. Die Kosten würden rund 1,2 Billionen Dollar betragen. Einen konkreten Plan, wie die Zahlungen abgewickelt werden sollen, hat die Regierung laut Newsweek nicht vorgelegt. Selbst der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, betonte laut AP, dass dafür der Kongress zustimmen müsste. Viele republikanische Kandidaten griffen das Versprechen im Wahlkampf nicht auf.
Wann es Ergebnisse gibt
Die ersten Wahllokale an der Ostküste schließen in der Nacht auf Mittwoch mitteleuropäischer Zeit. Mit ersten Hochrechnungen ist gegen Mitternacht zu rechnen, bei knappen Rennen kann die Auszählung aber Tage dauern. Gewinnen die Demokraten das Repräsentantenhaus, könnten sie Untersuchungen gegen die Regierung einleiten und Gesetzesvorhaben blockieren. Für eine Mehrheit im Senat bräuchten sie unter dem Strich vier zusätzliche Sitze, was als deutlich schwieriger gilt.
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