Schweigen im Fall des Botschafters Fate Velaj – Druck von außen auf das Außenministerium?

Schweigen im Fall des Botschafters Fate Velaj – Druck von außen auf das Außenministerium?

Anders lässt es sich kaum erklären, dass der bereits mehrfach in die Schlagzeilen geratene Skandal-Botschafter Fate Velaj weiterhin unbehelligt in Österreich agieren kann. Trotz einer offiziellen Verbalnote, die ihm ausdrücklich untersagt, geschäftlich als Botschafter tätig zu sein, scheint Velaj seine Aktivitäten unbeirrt fortzusetzen. Der ehemalige Maler aus Albanien verkauft in Wien nicht nur weiterhin Bücher und Gemälde, sondern tritt auch öffentlich auf – etwa bei Lesungen und Vernissagen, die seit dem 23. September quer durch Österreich stattfinden.

Verstöße gegen diplomatische Vorgaben?

Damit stellt sich eine entscheidende Frage: Wie genau werden diese Verkäufe abgewickelt – und wo oder ob überhaupt sie steuerlich deklariert werden? Denn als offizieller Vertreter eines ausländischen Staates müsste Velaj streng genommen privatwirtschaftliche Tätigkeiten unterlassen. Dass er dennoch aktiv als Künstler und Autor auftritt, wirft ein Schlaglicht auf mögliche Regelverstöße – und auf die offensichtliche Untätigkeit des österreichischen Außenministeriums.

Meinl-Reisinger unter Druck?

Besonders brisant: Auch NEOS-Chefin Beate Meinl‑Reisinger wird zunehmend mit kritischen Fragen konfrontiert. Warum bleibt sie – trotz wachsender öffentlicher Kritik – auffällig still? Ist es politische Rücksichtnahme, mangelnde Information oder gar Druck von außen?

Warum handelt auch die albanische Außenministerin nicht?

Die albanische Ministerin für Europäische Angelegenheiten und Auswärtige Beziehungen, Elisa Spiropali, übernahm dieses Amt im September 2025. Obwohl Velaj offiziell als albanischer Botschafter in Österreich agiert, hat Spiropali bislang keine öffentlichen Maßnahmen gegen ihn angekündigt oder eingeleitet. Beobachter führen dies darauf zurück, dass das Thema unter der politischen Priorität Albaniens – insbesondere dem EU-Beitrittsprozess – als innenpolitisches Problem gelten könnte, das nicht öffentlich ausgetragen werden soll, um diplomatische Beziehungen nicht zu belasten.

Manche Beobachter spekulieren bereits über Einflussnahmen durch mafiöse Strukturen aus dem Balkan-Raum, die in Wien seit Jahren aktiv sind. Ein Gedanke, der verstörend klingt – aber angesichts der anhaltenden Passivität der Behörden und der politischen Zurückhaltung nicht mehr ganz abwegig erscheint.

​​Aberkennungsantrag gegen Velaj’s Universitätsabschluss

Gemeinsam mit dem renommierten Plagiatsforscher Dr. Stefan Weber wird derzeit ein Aberkennungsantrag gegen die Bachelorarbeit von Fate Velaj an der Universität für angewandte Kunst vorbereitet. Dr. Weber hat die Arbeit bereits einer gründlichen Analyse unterzogen – mit einem vernichtenden Ergebnis. Im Zuge dieses Antrags werden zudem die Zulassungsvoraussetzungen überprüft, insbesondere ein möglicherweise gekaufter Universitätsabschluss an der umstrittenen Kristal Universität in Tirana. Sollte der Aberkennungsantrag erfolgreich sein, werden in weiterer Folge auch Aberkennungsanträge wegen falscher Voraussetzungen für Fate Velajs „Goldenes Verdienstzeichen“ sowie seinen „Professorentitel“ beim Bundeskanzleramt eingebracht. Weitere Details folgen in Kürze.

➡️ Hintergrundbericht: Babler unterstützt Skandal-Botschafter Fate Velaj – und die Außenministerin schaut zu. Wie lange noch?

Credits: BKA (Titelbild)

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