Babler unterstützt Skandal-Botschafter Fate Velaj und die Außenministerin schaut zu – wie lange noch? 

Babler unterstützt Skandal-Botschafter Fate Velaj und die Außenministerin schaut zu – wie lange noch? 

Der albanische Botschafter Fate Velaj steht erneut im Zentrum eines politischen Skandals. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn ist lang und reicht von Plagiaten über dubiose Geschäfte bis hin zu mutmaßlichem Sozialversicherungsbetrug. Während die neue albanische Außenministerin Elisa Spiropali unter Zugzwang steht, geraten auch österreichische Spitzenpolitiker wie Vizekanzler Andreas Babler und BM Meinl-Reisinger zunehmend in die Kritik. 

Monatelanges Schweigen: Die Causa Velaj unter den Teppich gekehrt 

Monatelang versuchte das albanische Außenministerium, die Vorwürfe gegen Fate Velaj zu ignorieren. Doch neue Enthüllungen bringen die Affäre erneut ins Rampenlicht. Wie Faß ohne Boden (FOB), exxtra24 und albanische Online-Magazine berichten, soll Velaj trotz klarer gesetzlicher Verbote weiterhin geschäftlichen Tätigkeiten in Österreich nachgehen. Besonders brisant: Laut einer Verbalnote musste Velaj vor seinem Amtsantritt in Wien seine österreichische Staatsbürgerschaft zurücklegen und jegliche gewerbliche Tätigkeit in Österreich einstellen. Dennoch hat er kürzlich sein Buch „Kreuztanne“ auf Deutsch veröffentlicht und organisiert Lesungen. Die Frage, wie diese Einnahmen deklariert und versteuert werden, bleibt unbeantwortet. 

Babler in der Kritik: Laudatio für den „Skandal-Botschafter“ 

Für zusätzlichen politischen Sprengstoff sorgt eine Veranstaltung am 23. September, bei der Vizekanzler Andreas Babler eine Laudatio für Velaj halten soll. Die Veranstaltung wird offiziell vom Ministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie der Gemeinde Traiskirchen unterstützt. Kritiker werfen Babler vor, mit dieser Geste den umstrittenen Botschafter zu legitimieren. „Nach seiner umstrittenen New-York-Reise ist dies die nächste politisch brisante Episode“, kommentiert ein Oppositionspolitiker. 

Die Frage, warum ein hochrangiger Politiker wie Babler einen Diplomaten mit einer derart belasteten Vergangenheit öffentlich unterstützt, sorgt für Empörung. „Hier geht es längst nicht mehr nur um ein Buch, sondern um die Glaubwürdigkeit der österreichischen Politik“, so ein Sprecher der Opposition. Auch BM Meinl-Reisinger wird von der Opposition aufgefordert, Stellung zu beziehen. 

Neue Außenministerin Elisa Spiropali unter Zugzwang 

Auch in Albanien wächst der Druck. Die neue Außenministerin Elisa Spiropali steht vor einer schwierigen Aufgabe: Ihr Vorgänger Igli Hasini hatte die Vorwürfe gegen Velaj offenbar ignoriert und ihn trotz zahlreicher Skandale im Amt belassen. Besonders zynisch wirkte Hasinis Aussage während einer Wien-Reise: „Wenn man Fate Geld anbietet, macht er alles.“ Diese Bemerkung sorgte für Empörung und wirft ein düsteres Licht auf die Personalpolitik des albanischen Außenministeriums. 

Spiropali muss nun entscheiden, ob sie Velaj abberuft oder die Vorwürfe weiter ignoriert. Vertreter der albanischen Diaspora in Wien fordern offen den sofortigen Rückruf des Botschafters: „Nur so können die bilateralen Beziehungen glaubwürdig bleiben.“ Ihre Entscheidung wird nicht nur in Albanien, sondern auch in Österreich genau beobachtet. 

Opposition fordert Aufklärung 

Die österreichische Opposition sieht in der Causa Velaj ein Symptom für ein größeres Problem. „Die Liste der Vorwürfe gegen diesen Botschafter ist so lang, dass es unverständlich ist, warum er weiterhin im Amt ist“, so ein Oppositionssprecher. Die Geduld der Öffentlichkeit sei am Ende, und es brauche endlich klare Antworten – sowohl von der albanischen als auch von der österreichischen Regierung. 

Die lange Liste der Vorwürfe gegen Fate Velaj 

Die Vorwürfe gegen den albanischen Botschafter Fate Velaj sind zahlreich und schwerwiegend. Sie werfen nicht nur ein schlechtes Licht auf ihn selbst, sondern auch auf die Institutionen, die ihn im Amt belassen haben. Hier ein Überblick über die wichtigsten Anschuldigungen: 

  • Geheimdienst-Vergangenheit: Velaj soll in seiner Heimat enge Verbindungen zu den albanischen Geheimdiensten gehabt haben. Diese Vergangenheit wirft Fragen über seine Integrität und seine Rolle als Diplomat auf. 
  • Dubiose Titelkäufe: Berichten zufolge hat Velaj akademische Titel an der berüchtigten „Krystal-Universität“ erworben, einer Institution, die in der Vergangenheit wegen fragwürdiger Praktiken und mangelnder akademischer Standards in die Kritik geraten ist. 
  • Plagiatsvorwürfe: Besonders peinlich ist der Vorwurf, dass Velajs Masterarbeit durchgehend aus Plagiaten besteht. Der renommierte Plagiatsgutachter Dr. Weber erklärte: „Ich habe selten eine so schlechte Arbeit mit durchgängigen Plagiaten auf 40 Seiten gesehen.“ 
  • Kriminelle Verbindungen: Besonders brisant ist die Rolle von Velajs Schwägerin, die Berichten zufolge in kriminelle Machenschaften verwickelt war. Sie soll in der Botschaft in Wien Schutz gefunden haben, was den Verdacht auf Amtsmissbrauch nährt. 
  • Sozialversicherungsbetrug: Es gibt Hinweise darauf, dass Velaj in Österreich Sozialleistungen bezogen haben könnte, obwohl er als Botschafter ein hohes Einkommen bezieht. Sein offiziell offengelegtes Einkommen in Albanien beträgt 1,7 Millionen Euro – eine Summe, die in keinem Verhältnis zu seiner Tätigkeit steht. 
  • Verstoß gegen gesetzliche Vorgaben: Laut einer Verbalnote musste Velaj vor seinem Amtsantritt in Wien seine österreichische Staatsbürgerschaft zurücklegen und jegliche gewerbliche Tätigkeit in Österreich einstellen. Dennoch hat er kürzlich sein Buch „Kreuztanne“ auf Deutsch veröffentlicht und organisiert Lesungen. Die Frage, wie diese Einnahmen deklariert und versteuert werden, bleibt unbeantwortet. 

Ein Fass ohne Boden? 

Die Affäre um Fate Velaj entwickelt sich zu einem politischen Minenfeld. Während die Vorwürfe immer lauter werden, scheint die österreichische Politik keine klare Linie zu finden. Ob die neue Außenministerin Elisa Spiropali handeln wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Geduld der Öffentlichkeit ist am Ende. 

Quellen:

https://www.fob.at/albanische-schatten-und-pinke-transparenzpolitik-velaj-und-die-stillen-albanischen-profiteure/
https://www.fob.at/meinl-reisinger-schweigt-zur-albanischen-botschaftsaffaere-asyl-fuer-korruption/
https://www.fob.at/der-naechste-botschafter-eklat/
https://www.fob.at/vom-sozialfall-zur-staatsaffaere-albaniens-botschafter-velaj-blamiert-meinl-reisinger/

https://politiko.al/english/kryesore/fate-velaj-loboi-per-tu-bere-ambasador-si-po-kthehet-rasti-ne-fuci-baru-i528325
https://pamfleti.net/english/dosja/mediat-austriake-plasin-skandalin-afera-qe-fshihet-pas-emerimit-te-fate-ve-i272571

Credits: APA & Wikipedia

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