Schellhorns Seitenhieb: „Salzburg wäre ohne Festspiele ein zweites Linz“

Schellhorns Seitenhieb: „Salzburg wäre ohne Festspiele ein zweites Linz“

Ein Vergleich, der aufhorchen lässt: NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn hat im Sommerinterview mit den „Salzburger Nachrichten“ seinem eigenen Bundesland ohne Festspiele düstere Aussichten prophezeit – und dabei ausgerechnet Oberösterreichs Landeshauptstadt Linz als Negativbeispiel bemüht.

Der Sager im Wortlaut

Im Interview mit der Salzburg-Redakteurin Stefanie Schenker verteidigte der Entbürokratisierungs-Staatssekretär und NEOS-Landessprecher Salzburgs jeden öffentlichen Euro, der in die Salzburger Festspiele fließt, wie die „Salzburger Nachrichten“ berichten. Zur Untermauerung griff Schellhorn zu einem markanten Vergleich: „Ohne Festspiele wäre Salzburg ein zweites Linz.“ Auf Nachfrage relativierte er den Seitenhieb zwar sofort, wie oe24 ergänzt: Er beleidige zwar öfter die Oberösterreicher, meine das aber nicht böse.

Reformforderungen an das eigene Bundesland

Über den plakativen Vergleich hinaus ging es im Interview inhaltlich vor allem um die wirtschaftliche Bedeutung der Festspiele für die Stadt Salzburg. Schellhorn fordert dabei mehr Reformbereitschaft vom Land Salzburg selbst, wie aus dem Gespräch mit den „Salzburger Nachrichten“ hervorgeht.

Ein Politiker, der gerne im Amt bleibt

Neben dem Festspiel-Thema äußerte sich Schellhorn im Gespräch auch grundsätzlich zu seiner politischen Rolle. „Das ist mein Leib- und Lebensthema“, sagte er laut oe24 über seine Tätigkeit als Politiker. Er würde diese „wahnsinnig gerne“ auch länger ausüben – schränkte aber ein, dass eine Legislaturperiode nun einmal fünf Jahre dauere.

Kein erster Auftritt in der causa Festspiele

Der aktuelle Sager reiht sich in ein Muster ein: Bereits im Februar hatte sich Schellhorn deutlich zur Krise rund um die Salzburger Festspiele positioniert. Damals kritisierte er in einer Aussendung der NEOS Salzburg scharf die Entscheidung des Festspielkuratoriums, den Vertrag von Intendant Markus Hinterhäuser vorzeitig von 2031 auf 2027 zu verkürzen. Die Festspiele dürften „kein Feld der parteipolitischen Profilierung“ sein, so Schellhorn damals gegenüber den „Salzburger Nachrichten“. Schellhorn positioniert sich damit seit Monaten als einer der wenigen ranghohen Politiker, der öffentlich Stellung zur Festspiel-Krise bezieht – ein Umstand, der auch in überregionalen Medien wie dem Magazin „News“ wiederholt aufgegriffen wurde.

Ein Muster wiederkehrender Sager

Wie oe24 in der Überschrift seines Beitrags anmerkt („Nächster Sager“), ist es nicht das erste Mal, dass Schellhorn mit pointierten Aussagen für mediale Aufmerksamkeit sorgt. Der bekennende Salzburger nimmt dabei erkennbar bewusst in Kauf, mit zugespitzten Vergleichen anzuecken – ein Kommunikationsstil, der ihm in der heimischen Innenpolitik einen gewissen Wiedererkennungswert verschafft hat.

Credits: Paul Gruber, BKA

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