Rekord-Regierung: 404 Mitarbeiter kosten 44 Millionen Euro im Jahr

Rekord-Regierung: 404 Mitarbeiter kosten 44 Millionen Euro im Jahr

Während Österreich landauf, landab zum Sparen aufgerufen wird, wächst der eigene Mitarbeiterstab der Regierung munter weiter. Eine aktuelle Serienanfrage der Grünen an alle Ministerien zeigt: Noch nie hatte eine österreichische Bundesregierung so viele persönliche Mitarbeiter in ihren Kabinetten wie die aktuelle Dreierkoalition.

404 Mitarbeiter, 3,65 Millionen Euro im Monat

Die Zahlen im Überblick: 404 persönliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit in den Minister- und Staatssekretariatskabinetten der Bundesregierung. Sie kosten die Steuerzahler monatlich 3,65 Millionen Euro – ohne die Gehälter der Ministerinnen und Minister sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre selbst eingerechnet. Hochgerechnet auf ein Jahr ergibt das rund 44 Millionen Euro. Damit stellt die aktuelle Regierung nicht nur numerisch die größte Regierung der österreichischen Geschichte, sie verfügt damit auch über den größten persönlichen Mitarbeiterstab aller bisherigen Regierungen.

Bablers Ressort mit den höchsten Kabinettsausgaben

Ein Blick auf die Verteilung zeigt: Das Ressort von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) weist laut der aktuellen Auswertung die größten Ausgaben für seine Kabinettsmitarbeiter auf – und liegt damit an der Spitze aller Ministerien.

11,4 Millionen Euro für Berater in nur einem Quartal

Zusätzlich zu den fixen Personalkosten fließt beträchtliches Geld in externe Aufträge: Allein im zweiten Quartal 2026 gaben die Ressorts insgesamt 11,4 Millionen Euro für Berater- und sonstige externe Verträge aus – eine erhebliche Summe angesichts der allgemeinen Sparappelle an die Bevölkerung.

1.400 Euro für U-Ausschuss-Vertrauensperson

Ein Detail aus der Anfragebeantwortung sorgt für besondere Aufmerksamkeit: Das Bundeskanzleramt zahlt trotz bereits geäußerter Kritik weiterhin 1.400 Euro an Rechtsanwalt Martin Huemer, die Vertrauensperson der Ex-Kanzler Karl Nehammer und Gernot Blümel im laufenden Pilnacek-Untersuchungsausschuss. Das Honorar dient der Vorbereitung von Auskunftspersonen für ihre Befragungen im Ausschuss.

Justizministerin kann eigene Ausgaben nicht beziffern

Bemerkenswert ist auch die Antwort von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) auf die Anfrage: Sie könne nicht sagen, was ihr Ressort tatsächlich für externe Dienstleistungen ausgegeben habe. Wörtlich heißt es in der Beantwortung: „Eine Summe der Gesamtausgaben sämtlicher vom Bundesministerium für Justiz in Anspruch genommenen Dienstleistungen ist auf Grund des sehr weiten Begriffs und der damit verbundenen schweren Abgrenzung nicht seriös auswertbar.“

420 Euro für Visagistin bei Bildungsminister-Pressetermin

Auch ein kleinerer, aber medienwirksamer Posten findet sich in den Antworten: Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) engagierte für die Präsentation seines „Plan Zukunft“ eine Visagistin, Kostenpunkt 420 Euro. Neben dem Minister selbst wurden dabei laut der Anfragebeantwortung noch drei weitere Personen von der Visagistin betreut.

Ein Kontrast zwischen Sparappellen und eigenem Aufwand

Die von den Grünen abgefragten Zahlen zeichnen insgesamt das Bild einer Regierung, die zwar öffentlich zum Sparen mahnt, bei den eigenen Verwaltungsstrukturen und Beraterausgaben aber kaum Zurückhaltung zeigt. Ob und wie die Bundesregierung auf die veröffentlichten Zahlen reagiert, ist bislang offen.

Credits: Christopher Dunker, BKA

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