Neue Tonband-Auszüge: Nevrivy beschimpfte Babler noch heftiger als bekannt

Neue Tonband-Auszüge: Nevrivy beschimpfte Babler noch heftiger als bekannt

Die Affäre um das heimlich aufgezeichnete Gespräch, das bereits zum Rücktritt von Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck geführt hat, weitet sich weiter aus. Neue Auszüge zeigen: SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy ging mit seinem eigenen Parteichef Andreas Babler noch deutlich schärfer ins Gericht, als bisher bekannt war.

„Versoffen“ und „Dumpfbacke“

Wie oe24 aus neuen Auszügen des sogenannten Ruck-Tonbands berichtet, sagte der Donaustädter Bezirksvorsteher wörtlich: „Der ist ein versoffener Bürgermeister, der nichts kann.“ Nevrivy, nach eigenen Angaben seit den 1970er-Jahren Parteimitglied, ergänzte: „Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich das Gefühl habe, dass ein Vorsitzender nicht so gescheit ist wie ich. Das ist deprimierend.“ Bislang nicht bekannt war der Nachsatz, mit dem Nevrivy seine Kritik noch untermauerte: „Der Babler ist ja in Wahrheit eine Dumpfbacke.“

Abrechnung bei Pensionen und Mietpreisbremse

Auch mit Bablers Politik ging Nevrivy hart ins Gericht. Zur jüngsten Pensionsanpassung sagte er laut oe24: „Erstens sparst du nicht viel ein und dann schaffen wir es, eine Aussendung zu machen, dass die Luxus- und Sonderpensionen eh ihren Beitrag dazu leisten. Das heißt: 2.500 Euro brutto. Das heißt, jeder Österreicher, der sein Leben lang gearbeitet hat, hat auf einmal eine Luxuspension laut Babler.“ Tatsächlich hatte die Regierung Pensionen nur bis zu dieser Grenze mit der vollen Inflation angepasst, darüber gab es lediglich einen Fixbetrag. Auch die von der SPÖ beworbene Mietpreisbremse kritisierte Nevrivy scharf: „Es gibt keinen einzigen Österreicher, der irgendwo in Österreich jemals weniger Miete gezahlt hätte.“ Dennoch würde sich seine eigene Partei damit brüsten.

„Dilettantenpartie“

Sein Gesamturteil über die SPÖ-Bundespartei fiel entsprechend vernichtend aus: „Du hast hier eine Dilettantenpartie“, so Nevrivy laut oe24. Babler selbst würde er „nicht als Geschäftsführer“ einstellen.

Nevrivy hatte sich bereits entschuldigt

Bereits in der Vorwoche hatte sich der Bezirksvorsteher für seine Aussagen entschuldigt, nachdem erste Auszüge des Gesprächs öffentlich geworden waren. „Unabhängig davon, dass ich mich nicht mehr an den genauen Wortlaut der Gespräche, die wir im privaten Rahmen geführt haben, erinnern kann, will ich deutlich zum Ausdruck bringen, dass ich diese unangemessenen Aussagen zutiefst bedaure. Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen, die ich durch meine Worte verletzt oder enttäuscht habe. Ich entschuldige mich, dass ich mich bei diesem Treffen dazu habe hinreißen lassen, derartige Aussagen zu tätigen“, erklärte Nevrivy damals.

Ein Skandal mit wachsender Reichweite

Das geheim aufgezeichnete Gespräch, an dem neben Nevrivy auch der frühere Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck teilnahm, sorgt bereits seit Wochen für politischen Wirbel. Ruck war im Zuge der Affäre bereits zurückgetreten. Mit den nun bekannt gewordenen, noch schärferen Aussagen Nevrivys über den eigenen Parteichef dürfte der Druck auf den Bezirksvorsteher – und möglicherweise auch auf die Wiener SPÖ-Spitze – weiter zunehmen.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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