Paukenschlag in Kärnten: FPÖ wirft Jugendchef aus der Partei

Paukenschlag in Kärnten: FPÖ wirft Jugendchef aus der Partei

Nach wochenlangen Turbulenzen zieht die Kärntner FPÖ endgültig einen Schlussstrich. Der Obmann der Freiheitlichen Jugend Kärnten, Viktor Erdesz, wurde am Donnerstag aus der Partei ausgeschlossen. Zuvor hatten Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen den Funktionär bereits mehrere Mitglieder zum Austritt bewogen.

Der Ausschluss im Detail

„In diesem Gespräch wurde gegenüber Herrn Erdesz der Ausschluss aus der Freiheitlichen Partei ausgesprochen, da die Vertrauensbasis nicht mehr gegeben war“, teilte die Kärntner FPÖ in einer Aussendung mit. Bereits am 17. Juli hatte demnach ein persönliches Gespräch mit Erdesz stattgefunden, in dem ihm der Ausschluss eröffnet wurde. Am Donnerstag wurde diese Entscheidung schließlich, wie es in der Aussendung heißt, „entsprechend den Parteistatuten durch den Landesparteivorstand einstimmig bestätigt“.

Vom „keine Konsequenzen“ zum Rauswurf

Bemerkenswert ist der Kurswechsel der Landespartei innerhalb weniger Wochen. Wie VOL.AT berichtet, hatte Landesparteiobmann Erwin Angerer noch Mitte Juli erklärt, eine erste interne Prüfung von Erdesz‘ Verbindungen habe keine relevanten Ergebnisse gebracht: „Mir wurde gesagt, da gibt es nichts, was relevant wäre, oder dass es Konsequenzen bräuchte.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte Angerer aber bereits bestätigt, dass mehrere Mitglieder der Freiheitlichen Jugend Kärnten aus Protest gegen die Wahl von Erdesz die Partei verlassen hatten: „Es stimmt, es sind ein paar ausgetreten nach dieser Wahl.“

Das Wehrmachts-Foto als zusätzlicher Belastungspunkt

Ein entscheidender neuer Vorwurf dürfte den Ausschlag für den Kurswechsel gegeben haben: Erdesz soll bereits 2020 mit einem Wehrmachts-Foto zu einer Veranstaltung eingeladen haben. Dieser Umstand war der Kärntner Landespartei laut Angerer zuvor nicht bekannt gewesen. FPÖ-Generalsekretär Josef Ofner hatte daraufhin angekündigt, den Vorwurf zu prüfen, und erklärt, sollte es zu einem Ermittlungsverfahren nach dem Verbotsgesetz kommen, werde man mit einem Parteiausschluss reagieren. Wie VOL.AT weiter berichtet, hatte Erdesz gegenüber Ofner die Urheberschaft der Einladung mit dem Wehrmachts-Foto nicht abgestritten.

Eine lange Liste weiterer Vorwürfe

Der 30-jährige Klagenfurter, der über die AfD und das „Team HC Strache“ zur FPÖ Kärnten kam und erst Ende Jänner mit 100 Prozent Zustimmung zum Landesobmann der Freiheitlichen Jugend gewählt worden war, sah sich in den vergangenen Wochen mit zahlreichen weiteren Vorwürfen konfrontiert. Wie exxtra24.at berichtete, soll Erdesz Mitglied der Wiener Burschenschaft Olympia sowie Mitbegründer der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) als am Rande des Neonazismus angesiedelten Kleinpartei „Die Stimme“ gewesen sein. Zusätzlich wurden ihm enge Kontakte zur Identitären Bewegung sowie gemeinsame Auftritte mit bekannten Szene-Akteuren nachgesagt.

Offene Frage zur Jugendfunktion

Unklar blieb zunächst, ob der Parteiausschluss automatisch auch das Ende von Erdesz‘ Funktion als Landesobmann der Freiheitlichen Jugend Kärnten nach sich zieht. Diese Frage war am Donnerstagabend noch nicht geklärt. Zuletzt war zudem spekuliert worden, dass Erdesz bei der kommenden Gemeinderatswahl in Klagenfurt hätte kandidieren sollen.

Ein Muster, das sich fortsetzt

Der Fall Erdesz reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle innerhalb der FPÖ Kärnten ein. Erst kürzlich war bereits ein 22-jähriges Mitglied seiner eigenen Organisation aus der FPÖ Kärnten ausgeschlossen worden, teils wegen extremistischer Ansichten, teils wegen rechtskräftiger Verurteilungen nach dem Verbotsgesetz.


Credits: Bild KI-erzeugt

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