Erdbeben der Stärke 4,5 im Grenzgebiet Niederösterreich-Steiermark

Erdbeben der Stärke 4,5 im Grenzgebiet Niederösterreich-Steiermark

In der Nacht auf Freitag hat ein spürbares Erdbeben den Raum Semmering erschüttert. Zahlreiche Menschen in Niederösterreich, der Steiermark und vereinzelt sogar in Wien meldeten die Erschütterungen – erste Berichte über kleinere Schäden liegen bereits vor.

Zeit, Ort und Stärke des Bebens

Das Beben ereignete sich laut GeoSphere Austria um 1.59 Uhr acht Kilometer südwestlich von Gloggnitz im Bezirk Neunkirchen beziehungsweise 15 Kilometer östlich von Mürzzuschlag. Es erreichte eine Magnitude von 4,5, die Herdtiefe betrug vier Kilometer. Wie der ORF Niederösterreich unter Berufung auf den österreichischen Erdbebendienst berichtet, kann es bei dieser Stärke im Epizentralbereich vereinzelt zu leichten Schäden kommen.

Weit spürbar bis nach Wien

Die Erschütterungen blieben nicht auf die unmittelbare Umgebung des Epizentrums beschränkt. Wie GeoSphere Austria mitteilte, gingen zahlreiche Bebenmeldungen von der Bevölkerung aus dem Osten Niederösterreichs und der Steiermark ein. Vereinzelt wurden die Erschütterungen auch in Wien schwach wahrgenommen.

Ein erster gemeldeter Schaden

Konkrete Auswirkungen des Bebens meldete bereits die Landeswarnzentrale: Auf der Straße zwischen Schottwien und Breitenstein, beide im Bezirk Neunkirchen gelegen, kam es infolge der Erschütterungen zu einem Steinschlag. Dabei habe es sich jedoch nur um kleinere Steinbrocken gehandelt, wie SN.at berichtet.

Eine Region mit erhöhter seismischer Aktivität

Der Raum Gloggnitz und Semmering gilt bei Geosphere Austria als eine der seismisch aktivsten Regionen Österreichs. Die Ortschaft liegt an der sogenannten Mur-Mürztal-Störung, einer tektonischen Bruchzone in den nordöstlichen Alpen, die immer wieder zu spürbaren Beben und sogenannten Erdbebenschwärmen – also Serien mehrerer kleinerer Erschütterungen – führt. Bereits im Februar 2024 hatte ein Beben nahezu identischer Stärke von Magnitude 4,5 in derselben Region für Aufsehen gesorgt, damals gingen bei Geosphere Austria rund 3.200 Meldungen aus der Bevölkerung ein, in 160 Fällen wurde von leichten Schäden berichtet.

Warum Österreich überhaupt Erdbeben erlebt

Erdbeben entstehen laut Geosphere Austria, wenn sich Spannungen im Untergrund ruckartig lösen, die durch die Bewegung tektonischer Platten aufgebaut wurden – in Europa maßgeblich verursacht durch die nach Norden driftende Adriatische Platte, die auf die Eurasische Platte trifft. Neben dem Semmeringgebiet zählen auch das Rheintal in Vorarlberg, das Inntal, das Mur- und Mürztal sowie das Wiener Becken zu den tektonisch aktivsten Zonen Österreichs.

Credits: Bild KI-erzeugt

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