Nur noch jeder Dritte dafür: Iran-Krieg wird für Trump zur Belastung

Nur noch jeder Dritte dafür: Iran-Krieg wird für Trump zur Belastung

Fünf Monate Krieg, 18 tote US-Soldaten, Tausende Opfer im Iran und Libanon – und immer weniger Amerikaner stehen dahinter. Eine neue Umfrage zeigt: Der Rückhalt für Donald Trumps Militäreinsatz gegen den Iran ist so niedrig wie nie zuvor seit Kriegsbeginn.

Der Tiefstand seit Kriegsbeginn

Nur noch ein Drittel der US-Bürger befürwortet den Krieg gegen den Iran – das ist der niedrigste Wert, den das Meinungsforschungsinstitut Reuters/Ipsos seit dem Beginn des fünf Monate andauernden Konflikts gemessen hat. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Erhebung hervor, wie oe24.at berichtet. Laut der Original-Meldung von Reuters wurde die Umfrage von Freitag bis Sonntag durchgeführt und befragte landesweit online 1.246 US-Erwachsene, bei einer Fehlerquote von drei Prozentpunkten. Zum Vergleich: Am Tag des Kriegsbeginns lag die Zustimmung noch bei 27 Prozent, im März war sie zwischenzeitlich sogar auf 37 Prozent gestiegen – der aktuelle Wert von 33 Prozent markiert damit einen neuerlichen Rückgang.

Trump kann seine Ziele nicht vermitteln

Besonders brisant ist ein zweiter Befund der Umfrage: 69 Prozent der Befragten – darunter auch vier von zehn Republikanern – sind der Ansicht, dass Trump die Ziele des US-Militäreinsatzes nicht klar dargelegt habe, wie Reuters aus der eigenen Erhebung berichtet. Das deckt sich mit der wechselhaften Zielsetzung, die der Präsident im Kriegsverlauf kommuniziert hat: mal ging es um Unterstützung der iranischen Bevölkerung beim Sturz der eigenen Führung, mal um die Zerstörung iranischer Raketenfähigkeiten, mal um die Verhinderung einer iranischen Atombombe.

Eine gespaltene Umfrage-Landschaft

Dass es sich nicht um einen Ausreißer eines einzelnen Instituts handelt, zeigt eine zweite Erhebung: Eine am 26. Juli veröffentlichte Umfrage von CBS News/YouGov kam laut einem Bericht des britischen Portals Yahoo News UK zu einem ganz ähnlichen Ergebnis – nur 35 Prozent der Amerikaner befürworteten den Krieg, 63 Prozent bezeichneten seinen Verlauf als „sehr schlecht“ oder „eher schlecht“ laufend. Beim Blick auf die Parteizugehörigkeit zeigt sich zudem eine tiefe Kluft: Unter Demokraten befürworten laut derselben Quelle nur 5 Prozent den Krieg, bei den Republikanern sind es hingegen 71 Prozent, unter parteiunabhängigen Wählern lediglich 25 Prozent.

Ein leichtes Umfragehoch trotz allem

Paradox mutet an, was gleichzeitig mit Trumps persönlichen Zustimmungswerten passiert: Seine Gesamt-Zustimmung stieg in der aktuellen Reuters/Ipsos-Erhebung um drei Punkte auf 37 Prozent – nachdem sie im Vormonat mit dem bisherigen Tiefstwert seiner zweiten Amtszeit gleichgezogen hatte, wie aus dem Reuters-Bericht hervorgeht. Damit bleibt Trump zwar weiterhin klar unter der 40-Prozent-Marke, verzeichnet aber immerhin keinen weiteren Abwärtstrend.

Das Präsidialamt zeigt sich unbeeindruckt

Auf die schlechten Umfragewerte zum Kriegsverlauf reagierte das Weiße Haus demonstrativ gelassen. Präsidiumssprecherin Olivia Wales stellte laut oe24.at klar, Trump werde seine Entscheidungen nicht von „schwankenden Umfragewerten“ abhängig machen. Wichtigstes Ziel bleibe es, den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern.

Politischer Druck vor den Kongresswahlen

Die unpopuläre Außenpolitik trifft Trump und seine Republikaner zu einem heiklen Zeitpunkt: Im November stehen die Kongresswahlen an, bei denen die Partei ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern verteidigen muss. Wie aus dem Reuters-Bericht hervorgeht, favorisieren unabhängige, registrierte Wähler in der aktuellen Umfrage den demokratischen Kongresskandidaten bereits deutlich gegenüber dem republikanischen – mit 36 zu 20 Prozent. Auch bei der Wirtschaftspolitik liegen die Demokraten unter unabhängigen Wählern derzeit vorn.

Ein Krieg, der länger dauert als versprochen

Der Konflikt hatte am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Trump hatte im Wahlkampf 2024 versprochen, die USA aus langwierigen Konflikten herauszuhalten, und die Dauer des Einsatzes ursprünglich auf vier bis fünf Wochen geschätzt – ein Zeitrahmen, der längst um ein Vielfaches überschritten ist. Bislang kamen in dem Krieg 18 US-Soldaten sowie Tausende Menschen im Iran und im Libanon ums Leben.

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