Zweieinhalb Jahre lang gelang es den österreichischen Behörden nicht, einen mehrfach verurteilten algerischen Straftäter außer Landes zu bringen. Am Sonntagabend war es dann so weit: Erst beim siebenten Anlauf landete der Mann tatsächlich in seiner Heimat.
Illegale Einreise, dann eine Serie von Straftaten
Nach Angaben von exxpress.at, das den Fall bereits Ende Juli unter Berufung auf ein Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts dokumentiert hatte, kam der Algerier Anfang 2024 illegal über die sogenannte grüne Grenze von Ungarn nach Österreich. Bereits wenige Monate später, im April, wurde er wegen eines Einbruchs festgenommen – bei der Festnahme gab er fälschlicherweise an, syrischer Staatsbürger zu sein. Im Juni desselben Jahres folgte eine weitere Straftat, im November wurde er wegen Sachbeschädigung an einem Fahrzeug sowie versuchten Einbruchsdiebstahls erstmals zu zwölf Monaten teilbedingter Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung tauchte er unter.
Sechs gescheiterte Abschiebeversuche
Im März 2025 wurde der Mann bei einem Suchtgiftdelikt erwischt, im Mai 2026 nach einem Kellereinbruch erneut festgenommen – diesmal wegen Fluchtgefahr in Schubhaft genommen. Zu diesem Zeitpunkt war er laut exxpress.at bereits fünfmal untergetaucht. Selbst ein sechster Abschiebeversuch scheiterte noch: Vor dem geplanten Abflug in Wien-Schwechat randalierte der Algerier derart im Flugzeug, dass sich der Pilot weigerte, ihn mitzunehmen.
Der siebente Anlauf glückte
Am Sonntagabend gelang den Behörden schließlich, was zuvor sechsmal misslungen war: Kurz vor 18 Uhr landete der Mann mit einem Abschiebeflug in Algier, wie exxpress.at berichtet. Damit endete ein rund zweieinhalbjähriges Behördenkapitel, in dem der Mann trotz wiederholter Straftaten und mehrfacher Festnahmen immer wieder auf freiem Fuß kam oder untertauchte.
Ein Einzelfall mit größerem Kontext
Der Fall reiht sich in eine breitere Statistik ein. Bis Juni dieses Jahres stellten laut exxpress.at lediglich 50 algerische Staatsangehörige in Österreich überhaupt einen Asylantrag. Im ersten Halbjahr 2026 wurden österreichweit mehr als 7.000 Abschiebungen durchgeführt, rund die Hälfte davon betraf verurteilte Straftäter. Etwa 400 dieser zwangsweisen Außerlandesbringungen gelten als sogenannte Problemabschiebungen – für den Begleitschutz in derart brisanten Fällen stehen rund 250 speziell ausgebildete Polizeibeamte bereit, teilweise auch Kräfte der Einsatzeinheit Cobra. Ein Aufwand, der laut exxpress.at auch finanziell erheblich zu Buche schlägt.
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