Ein Satz über Energiepreise, eine Antwort mit Kriegsdrohung: Irans Außenminister Abbas Araqchi hat auf Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit scharfen Worten reagiert. Sollten die Kampfhandlungen wieder aufgenommen werden, drohe der Iran mit Schäden, gegen die 100 Milliarden Euro “nichts” seien. Dazu holte er eine Merz-Aussage aus dem Vorjahr hervor.
Merz: 100 Milliarden Euro Schaden
Auslöser war eine Aussage des deutschen Kanzlers, wie oe24 berichtet. Deutschland habe ein starkes wirtschaftliches Interesse daran, dass der Iran-Konflikt so schnell wie möglich beendet werde, sagte Merz. Allein die gestiegenen Energiepreise hätten Europa mehr als 100 Milliarden Euro gekostet. Seit Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran sind die Preise für Öl und Treibstoffe auch in Österreich deutlich gestiegen, im September lag die Inflation hierzulande bei 3,6 Prozent, getrieben vor allem von Diesel und Heizöl.
“Rote Linien gehören der Vergangenheit an”
Araqchi antwortete am Samstag auf der Plattform X. “100 Milliarden Euro sind nichts im Vergleich zu dem vernichtenden Schlag, den die mächtigen Streitkräfte des Iran gegen diejenigen austeilen werden, die es wagen, unserem Volk Schaden zuzufügen”, schrieb er laut oe24. Rote Linien gehörten der Vergangenheit an. Die Drohung bezieht sich auf den Fall, dass die Kampfhandlungen gegen Israel, die USA und deren Verbündete in der Golfregion wieder aufgenommen werden. Wen genau er mit “diejenigen” meint, ließ Araqchi offen.
Die “Drecksarbeit”-Aussage
Zugleich griff der iranische Außenminister eine Äußerung auf, die Merz vor mehr als einem Jahr viel Kritik eingebracht hatte. Am 17. Juni 2025 hatte der Kanzler beim G7-Gipfel im kanadischen Kananaskis im ZDF die israelischen Luftangriffe auf den Iran kommentiert: “Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht – für uns alle. Wir sind von diesem Regime auch betroffen.” Er zollte der israelischen Führung “größten Respekt” für ihren “Mut” und verwies auf die Gefahr einer iranischen Atomwaffe. Später räumte Merz ein: “Ich habe das so bezeichnet, muss man nicht wiederholen. Das kann man so oder so zum Ausdruck bringen.”
Eine angespannte Lage
Die Drohung fällt in eine heikle Phase. Laut “Wall Street Journal” haben die USA mehrere Golfstaaten aufgefordert, sich auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz gegen den Iran nach den US-Kongresswahlen am 3. November vorzubereiten, eine Entscheidung habe Präsident Donald Trump aber noch nicht getroffen. Eine Reaktion der deutschen Bundesregierung auf Araqchis Äußerungen lag zunächst nicht vor.
Credits: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151722057
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