Midterms am Dienstag: Prognosen sehen Demokraten vorne – sogar im Senat

Midterms am Dienstag: Prognosen sehen Demokraten vorne – sogar im Senat

Am Dienstag wählen die USA einen neuen Kongress, und für Donald Trump könnte es ein bitterer Abend werden. Prognosemodelle sehen die Demokraten im Repräsentantenhaus klar vorne, im Senat zumindest als Favoriten. Gewinnen sie beide Kammern, würde die zweite Hälfte von Trumps Amtszeit deutlich schwerer.

94 Prozent fürs Repräsentantenhaus

Im Repräsentantenhaus werden alle 435 Sitze neu vergeben. Die Demokraten liegen hier in den Umfragen klar vorne, wie oe24 berichtet. Das Analyseportal Race to the WH, das Umfragen in einem Modell zusammenrechnet, beziffert ihre Chance auf eine Mehrheit mit 94,4 Prozent. Eine Woche zuvor hatte eine Umfrage von “Washington Post”, ABC News und Ipsos die Demokraten bei wahrscheinlichen Wählern mit 52 zu 44 Prozent vorne gesehen, Trumps Zustimmung lag dort auf dem Rekordtief von 33 Prozent.

Der Senat wird spannend

Knapper ist das Rennen im Senat, wo 35 der 100 Sitze zur Wahl stehen. Derzeit halten die Republikaner 53 Sitze, die Demokraten 45, dazu kommen zwei Unabhängige, die mit den Demokraten stimmen. Für eine Mehrheit müssten die Demokraten unter dem Strich vier Sitze gewinnen und auf 51 kommen, denn bei einem Patt von 50 zu 50 entscheidet Vizepräsident JD Vance. Das gilt als schwierig, weil von den zur Wahl stehenden Sitzen 22 derzeit den Republikanern gehören und nur 13 den Demokraten. Race to the WH sieht die Chancen der Demokraten trotzdem bei 75,7 Prozent.

Was eine Niederlage für Trump bedeuten würde

Historisch wäre ein Machtwechsel im Repräsentantenhaus keine Überraschung, die Partei des Präsidenten verliert bei Zwischenwahlen fast immer Sitze. Mit einer Mehrheit dort könnten die Demokraten laut oe24 Untersuchungen einleiten, etwa zum unpopulären Krieg mit dem Iran, zum Vorgehen von Bundesbeamten bei Razzien gegen Migranten und zu den Geschäften der Familie Trump. Sie könnten außerdem Gesetzesvorhaben und Haushaltspläne der Republikaner blockieren, weil Gesetze in beiden Kammern wortgleich beschlossen werden müssen. Weitere Haushaltsstreits und Stillstände der Regierungsgeschäfte wären möglich.

Ernennungen nur noch mit Zustimmung

Ein Verlust des Senats würde Trump zusätzlich einschränken. Minister, Bundesrichter und Botschafter muss der Senat bestätigen. Mit einer demokratischen Mehrheit käme Trump bei Personalentscheidungen nicht mehr an der Opposition vorbei. Politisch wäre eine Doppelniederlage kaum schönzureden, zumal Trump die Midterms mehrfach selbst zur Abstimmung über seine Person erklärt hat.

Prognosen sind keine Ergebnisse

Entschieden ist allerdings noch nichts. Eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent bedeutet auch, dass in einem von vier Fällen der Außenseiter gewinnt. Umfragen und Modelle lagen in den USA schon öfter daneben, besonders bei engen Rennen in einzelnen Bundesstaaten. Die ersten Ergebnisse werden in der Nacht auf Mittwoch mitteleuropäischer Zeit erwartet, in knappen Rennen kann die Auszählung aber auch Tage dauern.

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