Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit liefert eine neue Umfrage die nächste schlechte Nachricht für Bundeskanzler Friedrich Merz. Im Sonntagstrend des Instituts INSA für die „Bild am Sonntag“ erreicht die AfD erstmals 30 Prozent. Die Union fällt auf 18 Prozent, so tief wie noch nie in dieser Umfragereihe.
Zwölf Punkte Abstand
Gegenüber der Vorwoche legt die AfD einen Prozentpunkt zu, CDU und CSU verlieren einen. Der Abstand zwischen beiden wächst damit auf zwölf Prozentpunkte, laut „Junge Freiheit“ und „Apollo News“ ebenfalls ein Höchstwert bei INSA. Dahinter liegen SPD und Grüne mit jeweils 14 Prozent gleichauf, die Grünen verlieren dabei einen Punkt. Die Linke bleibt bei 10 Prozent. BSW und FDP kämen mit je 4 Prozent nicht in den Bundestag.
Das Wahlergebnis auf den Kopf gestellt
Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 kam die Union auf 28,5 Prozent, die AfD auf 20,8 Prozent. Damals lag die Union also fast acht Punkte vorne, jetzt liegt die AfD zwölf Punkte vor ihr. Gegenüber ihrem Wahlergebnis fehlen CDU und CSU in der Umfrage mehr als zehn Prozentpunkte. Noch im Mai galten 29 Prozent als neuer INSA-Rekord für die AfD.
Für Schwarz-Rot wird es eng
Rechnerisch kämen Union und SPD gemeinsam nur noch auf 32 Prozent – kaum mehr als die AfD allein. Für eine Mehrheit ohne AfD bräuchten CDU und CSU auch die Grünen: Union, SPD und Grüne erreichen zusammen 46 Prozent. SPD, Grüne und Linke kämen auf 38 Prozent.
INSA liegt höher als andere Institute
Einordnen muss man die Zahlen trotzdem. INSA misst die AfD seit Längerem höher als andere Institute. Im ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap kam die AfD in dieser Woche auf 27 Prozent, die Union auf 20, im ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen vergangene Woche auf 28 zu 21 Prozent. Die Richtung ist in allen Umfragen dieselbe: Die AfD liegt klar vorne, die Union schwächelt. Nur die Größe des Abstands unterscheidet sich.
Merz unter Druck
Die Umfrage folgt auf eine Serie von Rückschlägen für den Kanzler. Nach den Wahlniederlagen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zeigten sich im ARD-Deutschlandtrend nur noch zehn Prozent mit Merz‘ Arbeit zufrieden – der schlechteste Wert für einen Kanzler seit Beginn der Umfragereihe 1997.
Credits: Thomas Köhler / photothek
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