Während weite Teile Österreichs unter anhaltender Hitze und Trockenheit ächzen, Landwirte um ihre Ernte bangen und in mehreren Bundesländern bereits Rinder notgeschlachtet werden mussten, sorgt eine mittlerweile gelöschte Aussendung der FPÖ-Bundespartei für Aufsehen. Der steirische FPÖ-Chef Mario Kunasek (FPÖ) schweigt bislang dazu – auch eine Anfrage von exxtra24 blieb unbeantwortet.
„Hitze-Panik“ – eine gelöschte Aussendung
Die Österreichische Hagelversicherung spricht bereits jetzt von wetterbedingten Schäden von über einer Milliarde Euro für die Landwirtschaft im Jahr 2026. Der Großteil davon ist auf Dürre zurückzuführen. Auf der Website der FPÖ war indes Anfang August ein Beitrag mit dem Titel „Hitze-Panik als Ablenkung vom Impf-Desaster der Systemparteien“ online. Darin wurde die aktuelle Berichterstattung über die Hitzewelle sinngemäß als Ablenkungsmanöver von angeblichen Versäumnissen bei der Corona-Impfkampagne dargestellt. Der Beitrag wurde in der Zwischenzeit von der Parteiwebsite entfernt, liegt der Redaktion jedoch vor. Auch die „Kleine Zeitung“ widmete der Klima-Haltung der FPÖ und Parteichef Herbert Kickl (FPÖ) eine ausführliche Analyse und ortete dahinter eine pragmatische Strategie der Partei.
Doppelter Widerspruch in der FPÖ
Pikant: In etwa zur selben Zeit, am 6. August, hatte der freiheitliche Landwirtschaftssprecher auf Bundesebene, Peter Schmiedlechner, in einer bis heute online stehenden Aussendung ganz anders getönt. Dort ist explizit von einer „Dürre-Katastrophe“ sowie massiven Schäden für die Landwirtschaft und einer drohenden Futterknappheit die Rede, verbunden mit scharfer Kritik an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP). Welchen Standpunkt die FPÖ nun vertritt, bleibt offen. Die beiden Aussagen widersprechen sich in jedem Fall deutlich.
Auch aus der Steiermark selbst kommt Widerspruch: Der steirische Landwirt Albert Royer, der gemeinsam mit Schmiedlechner für die FPÖ im Nationalrat sitzt und zugleich Kammerrat in der steirischen Landwirtschaftskammer ist, erklärt dort, nicht an einen menschengemachten Klimawandel zu glauben.
Wassernetzwerk und Klimaanlagen: Was die Steiermark bisher umgesetzt hat
Auch wenn sich die FPÖ zwischen „Hitze-Panik“-Rhetorik und „Dürre-Katastrophe“ nicht auf eine Linie festlegen will, wurden in der Steiermark in den vergangenen Monaten mehrere Maßnahmen zur Klimawandelanpassung und zur Sicherung des Trinkwassers präsentiert. Bereits im Vorjahr stellten Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) und Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) das Wassernetzwerk Steiermark 2050 vor, das mit rund 150 Millionen Euro die sichere Trinkwasserversorgung im Bundesland absichern soll. Im Juli folgte die Präsentation der Transportleitung Steiermark Süd für Trinkwasser, über die auch exxtra24 bereits berichtet hat.
Auch bei der vom Bund im Ministerrat beschlossenen erleichterten Genehmigung von Klimaanlagen handelt es sich um eine langjährige steirische Forderung. Der akuten Futterknappheit in der Landwirtschaft tritt die Landes-Landwirtschaftskammer aktiv in der Vermittlung von Futtermitteln zwischen Betrieben entgegen.
FPÖ: Keine Äußerung zu Anfrage
Ob und welche eigenen Initiativen die steirische Landeshauptmannpartei FPÖ und ihr Chef Mario Kunasek zum Thema Hitze und Trockenheit vorzuweisen haben, ließ sich nicht klären. Eine schriftliche Anfrage von exxtra24 mit vier konkreten Fragen – unter anderem zur Wortwahl „Hitze-Panik“, zu den Gründen für die Löschung der Aussendung und zur grundsätzlichen Klimaposition der steirischen FPÖ – blieb unbeantwortet.
EINORDNUNG DER REDAKTION
Die Widersprüche innerhalb der FPÖ – von „Hitze-Panik“ auf Bundesebene bis „Dürre-Katastrophe“ beim eigenen Landwirtschaftssprecher – zeigen eine Partei, die sich beim Thema Klimawandel offenkundig schwertut, eine einheitliche Linie zu finden. Ob und wie die steirische FPÖ auf die aktuelle Hitze- und Trockenperiode reagieren will, bleibt mangels Antwort auf die Anfrage von exxtra24 offen.
Credits: BKA, Chrisopher-Dunker
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