Halloween-Nacht in Wien: Fünf Festnahmen, aber keine großen Krawalle

Halloween-Nacht in Wien: Fünf Festnahmen, aber keine großen Krawalle

Holzplatten vor den Schaufenstern, Hunderte Polizisten in der Stadt, Warnungen bis hinauf ins Außenministerium: Wien hatte sich auf das Schlimmste vorbereitet. Am Ende verlief die Halloween-Nacht deutlich ruhiger als befürchtet. Die Polizei meldet fünf vorläufige Festnahmen und einen mutmaßlichen Angriff auf ein Polizeiauto. Größere Zwischenfälle blieben aus.

Die Bilanz der Polizei

Im Zusammenhang mit Versammlungen in der Innenstadt wurden fünf Menschen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt bzw. des Verdachts der Sachbeschädigung vorläufig festgenommen, teilte die Polizei laut APA in der Nacht auf Sonntag mit. Der Großteil der Amtshandlungen betraf den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik. Vereinzelt kam es zu strafbaren Handlungen. Ein Verdächtiger soll versucht haben, ein abgestelltes Polizeifahrzeug mit einer brennbaren Flüssigkeit zu beschädigen. “Größere sicherheitsrelevante Zwischenfälle konnten vorläufig verhindert werden”, hieß es. Kontrollen und Sicherungsmaßnahmen liefen auch nach Mitternacht weiter.

Friedliche Demonstrationen

Die beiden Versammlungen in der Innenstadt waren laut Medienberichten bereits am Samstagabend ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Daran nahmen demnach nur wenige Hundert Menschen teil. Eine der Kundgebungen stand unter dem Motto “GenZWachtAuf”, protestiert wurde unter anderem für Bildung, Gesundheit und ein leistbares Leben. Mehrere Geschäfte hatten ihre Auslagen vorsorglich mit Holztafeln verbarrikadiert.

Razzien vor der Nacht

Dass es ruhig blieb, dürfte auch an der Vorarbeit der Polizei liegen. Bereits am Freitag hatte die Landespolizeidirektion mehrere Verdächtige ausgeforscht, die in sozialen Netzwerken zu Straftaten und zu Plünderungen von Luxusgeschäften in der Halloween-Nacht aufgerufen haben sollen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien fanden sechs Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich statt, dabei wurden laut MeinBezirk auch Waffen gefunden. Vier Verdächtige zwischen 14 und 22 Jahren wurden zur sofortigen Einvernahme vorgeführt. Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

Gewalt in deutschen Städten

Anders verlief die Nacht in Deutschland. Unter dem Motto “Gen Z regelt” fanden am Samstagnachmittag in zahlreichen deutschen Städten ähnliche Demonstrationen statt, berichtet die APA. In einigen Städten, etwa Köln und Frankfurt, kam es nach friedlichen Protesten zu heftigen Ausschreitungen. Schaufenster wurden eingeschlagen, Geschäfte geplündert und Molotowcocktails auf Polizisten geworfen. Auf diese Bilder aus Deutschland hatte sich auch FPÖ-Chef Herbert Kickl bezogen, als er am Samstag auf Facebook vor Randale in Wien warnte.

Ein Vergleich mit Linz 2022

Für die Wiener Polizei endete der Einsatz damit glimpflicher als vielerorts befürchtet. Im Vorfeld hatte Polizeipräsident Gerhard Pürstl an Halloween 2022 erinnert, als in Linz mehr als 200 Jugendliche randalierten und Polizisten mit Böllern, Steinen und Flaschen angriffen. Solche Szenen blieben in Wien diesmal aus.

Credits: FotoGablitz

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