Eine Woche nach dem Einjährigen der Dreierkoalition ist der kurze Aufwind schon wieder verpufft. Neue Umfragedaten zeigen: Die Kanzlerpartei ÖVP stürzt ab, die SPÖ dümpelt unter 20 Prozent – und die FPÖ thront unangefochten an der Spitze.
ÖVP verliert drei Punkte in einer Woche
Die Zahlen sind ernüchternd für die Ampelkoalition. Wie oe24 auf Basis einer aktuellen Lazarsfeld-Umfrage (2.000 Befragte, 2. bis 10. März, max. Schwankung 2,2 Prozent) berichtet, verliert die ÖVP drei Prozentpunkte und landet wieder bei 20 Prozent. Noch in den zwei Wochen zuvor hatte die Kanzlerpartei überraschend 22 bzw. 23 Prozent erzielt – ein kurzer Aufwind, den Beobachter dem Hype rund um das Einjährige der Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS zuschrieben.
Doch die Realität hat die Feierlaune eingeholt. Die SPÖ kommt laut oe24 auf 19 Prozent – weiterhin unter ihrem Wahlergebnis von 2024. Die NEOS stagnieren bei 8 Prozent, ebenfalls unter ihren 9 Prozent vom September 2024.
Spritpreise und ORF-Affäre belasten die Koalition
Gleich zwei Themen haben die Ampel in der Erhebungsperiode getroffen. Zum einen der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, der als ÖVP-nahe galt und am 8. März nach Vorwürfen sexueller Belästigung sein Amt niederlegte. Zum anderen die anhaltend hohen Spritpreise infolge des Konflikts in der Golfregion: Wie das Bundeskanzleramt offiziell bestätigte, stiegen die Benzinpreise seit Ausbruch des Krieges um rund 14 Prozent, Diesel sogar um 25 Prozent.
Die Regierungsantwort fiel mager aus. Wie ORF.at berichtet, einigten sich die Koalitionschefs am 11. März auf ein Paket, das Spritpreiserhöhungen künftig auf maximal drei Tage pro Woche begrenzt – jeweils montags, mittwochs und freitags. Eine Steuersenkung, wie von der ÖVP gewünscht, kam ebenso wenig wie der von der SPÖ geforderte Preisdeckel. Ein wichtiger Haken: Der Erhebungszeitraum der Umfrage endete bereits am 10. März – die Maßnahmen konnten von den Befragten noch gar nicht eingepreist werden.
FPÖ fest bei 36 Prozent – KPÖ klopft an die Tür
Profiteur der Ampel-Misere ist – wie seit Monaten – die FPÖ. Wie politpro.eu in seinem Wahltrend auf Basis aller aktuellen Institute dokumentiert, hält Herbert Kickls Partei konstant bei rund 36 Prozent. Das sind Werte, die zuletzt Sebastian Kurz auf dem Höhepunkt seiner türkisen Bewegung erreichte.
Eine Überraschung am Rand: Wie oe24 berichtet, käme die KPÖ mit 4 Prozent erstmals seit fast 70 Jahren wieder in den Nationalrat. Das hätte rechnerisch massive Folgen – denn mit einer KPÖ im Parlament kämen ÖVP, SPÖ und NEOS laut der Umfrage nur noch auf 89 Mandate. Das wären drei zu wenig für eine Regierungsmehrheit.
Was das bedeutet
Gut ein Jahr nach ihrem Start steht die Ampelkoalition unter Druck. Inflation, Energiekrise und politische Skandale nagen an der Zustimmung – vor allem an jener der ÖVP. Die FPÖ muss derweil kaum aktiv werden: Die Probleme der Regierung arbeiten für sie.
Quellen:
- https://www.oe24.at/oesterreich/politik/regierung/fpoe-meilenweit-voran-und-jetzt-faellt-auch-noch-kanzlerpartei-zurueck/672651061
- https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/nachrichten-der-bundesregierung/2026/03/sofortpaket-der-bundesregierung-zur-stabilisierung-der-spritpreise-beschlossen.html
- https://orf.at/stories/3423502/
- https://politpro.eu/de/oesterreich/wahlumfragen
- https://www.exxtra24.at/oevp-stuerzt-auf-20-prozent-ab-orf-affaere-und-spritpreise-belasten-die-kanzlerpartei/
Credits: APA
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