Schlechte Neuigkeiten für die Volkspartei: Laut einer aktuellen Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 bricht die ÖVP um drei Prozentpunkte ein. Der kurze Jubiläumshöhenflug ist vorbei.
Drei Punkte weg – der Koalitionsbonus verpufft
Noch vor wenigen Wochen sah es kurz besser aus für die Kanzlerpartei. Wie oe24 berichtet, hatte die ÖVP in den vergangenen zwei Sonntagsumfragen der Lazarsfeld Gesellschaft überraschende 22 beziehungsweise sogar 23 Prozent erzielt – ein Effekt, den Beobachter dem ausgiebig gefeierten Einjährigen der Ampelkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS zuschrieben.
Doch die aktuelle Erhebung – 2.000 Befragte, erhoben vom 2. bis 10. März, mit einer maximalen Schwankungsbreite von 2,2 Prozent – zeigt das Ende des kurzen Aufwinds. Die ÖVP landet laut oe24 wieder bei 20 Prozent. Drei Punkte Verlust in nur einer Woche.
ORF-Skandal trifft die Kanzlerpartei
Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. Wie ORF.at berichtet, trat Weißmann am 8. März 2026 mit sofortiger Wirkung zurück, nachdem eine ORF-Mitarbeiterin Vorwürfe der sexuellen Belästigung aus dem Jahr 2022 erhoben hatte. Weißmann bestreitet die Anschuldigungen; sein Anwalt sprach von einer überschießenden Reaktion.
Weißmann gilt als der ÖVP nahestehend – sein Abgang unter diesen Umständen hängt politisch direkt an der Kanzlerpartei. Interimistisch übernimmt nun Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher die ORF-Führung. Die reguläre Neubestellung des Generaldirektors ist laut Stiftungsrat für Jänner 2027 geplant.
Spritpreise als zweites Dauerproblem
Dazu kommt das Thema Inflation, insbesondere die stark gestiegenen Spritpreise – angeheizt durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten. Laut vienna.at lagen die Medianpreise am 10. März bei 1,95 Euro pro Liter Diesel und 1,74 Euro für Superbenzin. Die Ampelregierung reagierte: Wie MeinBezirk berichtet, beschloss der Ministerrat am Mittwoch, dass Tankstellen ihre Preise ab 16. März nur noch dreimal pro Woche erhöhen dürfen – statt wie bisher täglich. Zusätzlich sollen strategische Ölreserven freigegeben und die Preiskommission einberufen werden.
Das Problem: Der Erhebungszeitraum der Umfrage endete am 10. März – die Spritpreis-Einigung der Koalitionschefs kam erst danach. Die Wähler haben diese Maßnahmen also noch nicht einpreisen können.
SPÖ stagniert, FPÖ bleibt uneinholbar
Auch der Koalitionspartner SPÖ stagniert: Mit 19 Prozent liegt sie laut oe24 nur einen Prozentpunkt hinter der ÖVP – und weiterhin unter dem eigenen Nationalratswahlergebnis von 2024. Nach dem durchwachsenen Parteitagsergebnis für SPÖ-Chef Andreas Babler bleibt die Lage angespannt.
Klarer Gewinner in der Umfrage bleibt – wie so oft – die FPÖ. Mit 36 Prozent steht Herbert Kickls Partei dort, wo einst Sebastian Kurz auf dem Zenit seines Höhenflugs war. Die Freiheitlichen müssen nach aktuellem Stand schlicht abwarten: Die Ampelprobleme arbeiten für sie.
Bemerkenswert am Rande: Die KPÖ käme laut Umfrage mit 4 Prozent erstmals seit fast sieben Jahrzehnten wieder in den Nationalrat. Die NEOS verharren bei 8 Prozent, die Grünen kommen mit 10 Prozent über ihr Wahlergebnis vom September 2024.
Credits: APA
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