Licht aus im „Nervenzentrum“: Blackout im Innenministerium sorgt für Ärger

Licht aus im „Nervenzentrum“: Blackout im Innenministerium sorgt für Ärger

Ausgerechnet dort, wo die Sicherheit des Landes koordiniert wird, ging am Montag nichts mehr: Ein Stromausfall legte das Innenministerium in Wien lahm. Niemand kam rein, niemand raus – und die FPÖ witterte sofort ein größeres Problem.

Als plötzlich die Lichter ausgingen

Der Vorfall ereignete sich am Montagfrüh im Amtsgebäude in der Hinteren Zollamtsstraße in Wien-Landstraße. Eine Sprecherin des Innenministeriums (BMI) bestätigte den Stromausfall gegenüber oe24.at. Die Folgen waren unmittelbar spürbar: Die Beleuchtung fiel aus, und die Türen ließen sich nicht mehr öffnen – für die Dauer der Störung kam damit niemand mehr ins Gebäude hinein oder aus ihm heraus. Wie das Portal Kosmo.at ergänzt, wurde das Haus aufgrund der geltenden Brandschutzbestimmungen umgehend abgeriegelt.

Ausgerechnet der neue Vorzeige-Standort

Pikant ist der Zeitpunkt insofern, als es sich um jenes Gebäude handelt, in das derzeit rund 600 Bedienstete der BMI-Zentrale vom traditionsreichen Amtssitz am Minoritenplatz übersiedeln. Das Ministerium hatte das Umzugsprojekt intern noch unter dem Motto „Neuer Standort, neue Chancen“ beworben, wie sowohl Kosmo.at als auch exxpress.at berichten. Hintergrund der Übersiedlung ist laut einem früheren BMI-eigenen Interview mit den zuständigen Projektleitern, dass das Gebäude am Minoritenplatz baulich in die Jahre gekommen ist und aufgrund der geplanten Unterbringung des Bundeslagezentrums künftig besondere Sicherheitsstandards erfüllen muss – weshalb dort ohnehin gerade eine Generalsanierung läuft.

Auch der Telefondienst brach zusammen

Neben den versperrten Türen fiel während des Blackouts offenbar auch die telefonische Erreichbarkeit des Ministeriums aus. Laut der BMI-Sprecherin wurden eingehende Anrufe in dieser Zeit an andere Stellen weitergeleitet, etwa an die Landespolizeidirektion Wien – so sei eine „permanente Erreichbarkeit“ des Innenministeriums sichergestellt gewesen, betonte sie gegenüber oe24.at. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) schickte zusätzlich Mitarbeiter vor Ort, die das Gebäude kontrollierten. Mittlerweile ist die Störung behoben, die genaue Ursache des Stromausfalls war zum Zeitpunkt der Berichterstattung aber noch nicht geklärt.

FPÖ spricht von „Totalversagen“

Für die FPÖ war der Vorfall Anlass zu deutlicher Kritik. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz bezeichnete den Blackout als „symptomatisch für das Totalversagen der ÖVP im Sicherheitsbereich“, wie oe24.at aus seiner Stellungnahme zitiert. Besonders scharf wird er, wenn er den Ort des Geschehens betont: „Wenn in jenem Ministerium, das für die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung verantwortlich ist, plötzlich alles finster wird, niemand mehr rein oder raus kann, dann ist das ein Offenbarungseid für die Politik der ÖVP und ihres Innenministers Karner“, so Schnedlitz. Er stellte die grundsätzliche Frage, wie ein Minister, der „nicht einmal sein eigenes Haus im Griff hat“, die Sicherheit der Österreicher garantieren wolle, und sprach von einer ganzen „Kette von Pannen, Versäumnissen“ in der Sicherheitspolitik.

Die Forderung: Lückenlose Aufklärung

Schnedlitz forderte von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) eine „sofortige und lückenlose Aufklärung des Vorfalls“. Besonders eindringlich wird seine Warnung mit Blick auf mögliche Ernstfälle: „Man stelle sich dieses Szenario während einer echten Krisensituation vor – bei einem Terroranschlag oder einer Naturkatastrophe. Dieser Dilettantismus ist gemeingefährlich!“ Konkret verlangt der FPÖ-Generalsekretär Antworten auf die Frage nach der genauen Ursache der Störung – die Öffentlichkeit habe laut Schnedlitz „ein Recht auf Antworten, statt der üblichen ÖVP-Beschwichtigungen“. Aus dem Innenministerium selbst hieß es zum Vorfall laut Kosmo.at zunächst nur knapp, Techniker würden „mit Hochdruck an der Behebung des Stromausfalls“ arbeiten.

Was noch offen ist

Trotz der scharfen politischen Reaktion bleibt technisch vieles ungeklärt: Weder die genaue Ursache des Stromausfalls noch mögliche strukturelle Schwachstellen des neuen Standorts sind bislang öffentlich bekannt. Eine für den Vorfall angekündigte Aufklärung durch das Innenministerium steht noch aus.

Credits: Christopher Dunker, BKA

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