Ein Jahr Ampel: Kleines Plus, große Lücke zur FPÖ

Ein Jahr Ampel: Kleines Plus, große Lücke zur FPÖ

Die österreichische Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS feierte vergangene Woche ihren ersten Jahrestag – und die Umfragen liefern ein gemischtes Bild: Aufholbewegung ja, Aufholjagd nein.

Die Zahlen: Atempause für die Regierung

Laut der aktuellen Erhebung der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 (2.000 Befragte, 16. Februar bis 3. März 2026) legen zwei der drei Regierungsparteien zu. Wie oe24 berichtet, klettert die ÖVP auf 23 Prozent (+1), die SPÖ auf 18 Prozent (+2) – nur bei den NEOS steht ein Minus vor dem Ergebnis, sie rutschen auf 8 Prozent ab. oe24 Zusammen kämen die drei Ampelparteien damit auf 94 Mandate – knapp genug für eine parlamentarische Mehrheit.

FPÖ: Unbeeindruckt an der Spitze

Der Blick auf den Rest der Umfrage ernüchtert die Regierungsparteien allerdings schnell. Die FPÖ steht stabil bei 36 Prozent – ohne jede Bewegung, ohne Wackeln. oe24 Laut aktuellem Wahltrend von PolitPro würde die FPÖ damit allein 72 der 183 Nationalratsmandate erringen – mehr als ÖVP und NEOS zusammen.

Selbstlob und offene Baustellen

Zum Jahrestag am 3. März zog die Koalition Bilanz. Wie die APA berichtet, erklärte Kanzler Christian Stocker, Österreich stehe heute besser da als vor einem Jahr – mit gesunkener Inflation, verbesserter Konjunktur und übererfüllten Budgetzielen. News.at Vizekanzler Andreas Babler verwies darauf, dass durch die Koalition eine FPÖ-geführte Regierung verhindert worden sei.

Doch die Selbstbewertung steht im Widerspruch zur öffentlichen Wahrnehmung. Wie exxtra24.at auf Basis einer Lazarsfeld-Erhebung festhält, sind 48 Prozent der Bevölkerung mit der Ampelregierung unzufrieden, nur 24 Prozent zufrieden. Exxtra24 Dazu kommen ungelöste Konflikte: Wie nachrichten.at berichtet, stehen Gesundheits- und Verwaltungsreform sowie das Doppelbudget für 2027/28 noch aus – nach einem Jahr Regieren sind das Kernthemen, die erst am Anfang stehen. Nachrichten.at

Die Opposition zieht andere Schlüsse

Die FPÖ ließ die Jubiläumsfeierlichkeiten nicht unkommentiert. Wie unzensuriert.at berichtet, bezeichneten FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und Bundesparteisprecherin Lisa Schuch-Gubik die Koalition als teuerste, schlechteste und unbeliebteste Bundesregierung aller Zeiten – geboren aus purem Machterhalt gegen den Wählerwillen. Unzensuriert

Ein Jahr nach dem Start der Dreierkoalition gilt: Die kleinen Zugewinne in der Sonntagsfrage sind ein Lebenszeichen, mehr nicht. Solange die FPÖ bei 36 Prozent thront, bleibt der Abstand politisch gesehen eine andere Welt.

Credits: APA

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