54 Prozent aus Wien: Nepp attackiert Ludwigs Integrationspolitik

54 Prozent aus Wien: Nepp attackiert Ludwigs Integrationspolitik

Neue Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds sorgen für politischen Wirbel in der Bundeshauptstadt. Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp nutzt die Statistik für eine scharfe Abrechnung mit der Wiener Stadtregierung – während die zugrundeliegenden Daten selbst auch positive Entwicklungen zeigen.

Die Zahlen im Detail

Grundlage der Debatte ist ein aktuelles Factsheet des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zum Thema Arbeitsmarkt. Demnach waren im Juni 2026 österreichweit 154.968 ausländische Staatsangehörige arbeitslos gemeldet oder in einer AMS-Schulung, wie Heute.at aus dem Bericht zitiert. Davon entfielen 83.575 Personen auf Wien allein – nach Berechnung der FPÖ entspricht das rund 54 Prozent aller betroffenen Ausländer in ganz Österreich, wie der Wiener FPÖ-Chef in einer Aussendung auf der Plattform OTS vorrechnet.

Bei Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten im Speziellen zeigt die Statistik: 36.965 Personen dieser Gruppe waren österreichweit arbeitslos oder in Schulung, die größte Gruppe stellten dabei Menschen aus Syrien mit 18.832 Personen, gefolgt von afghanischen Staatsangehörigen mit 7.742, wie Heute.at berichtet.

„Offenbarungseid für die Wiener SPÖ“

Für Nepp sind diese Zahlen ein klarer Beleg für das Scheitern der Wiener Integrationspolitik. „Diese Zahlen sind ein Offenbarungseid für die Wiener SPÖ. Wien ist längst zum österreichischen Zentrum der gescheiterten Integrations- und Zuwanderungspolitik geworden“, wird der FPÖ-Chef in der Aussendung zitiert. Während Bürgermeister Michael Ludwig und seine Stadtregierung die Probleme kleinreden würden, zeigten die offiziellen ÖIF-Zahlen „eine völlig andere Realität“.

Besonders scharf äußerte sich Nepp zur geringen Erwerbsbeteiligung von Frauen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, auf die der ÖIF-Bericht ebenfalls verweist: „Das zeigt, dass die rote Integrationspolitik gerade dort versagt, wo Integration am dringendsten gebraucht wird.“

Forderung nach Kurswechsel

Der FPÖ-Obmann fordert als Konsequenz eine grundlegend andere Herangehensweise: „Es gibt nur einen Weg erfolgreicher Integration und der führt über den Arbeitsmarkt. Wer dauerhaft in Österreich bleiben will, muss rasch Deutsch lernen, arbeiten und seinen Beitrag leisten. Integration bedeutet Eigenverantwortung“, so Nepp laut Heute.at. Auch die Wiener Sozialpolitik nimmt er ins Visier und kritisiert, dass Wohnung und Sozialleistungen seiner Darstellung nach „ohne entsprechende Gegenleistung“ zur Verfügung stünden, während viele Österreicher trotz harter Arbeit kaum über die Runden kämen.

Abschließend verlangt Nepp weniger Zuwanderung sowie ein härteres Vorgehen gegen Sozialmissbrauch: Wien dürfe nicht länger „das Verwaltungsamt für arbeitslose Flüchtlinge“ sein, sondern müsse die Interessen der arbeitenden Bevölkerung wieder in den Vordergrund stellen.

Eine Einordnung der Zahlen

Wichtig zur Einordnung: Der ÖIF-Bericht selbst zeichnet ein differenzierteres Bild, als es die alleinige Betrachtung der absoluten Wiener Zahlen nahelegt. Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten zuletzt gesunken – von rund 44.000 im Jahresdurchschnitt 2025 auf etwa 37.000 im Juni 2026, wie eine weitere Auswertung derselben ÖIF-Daten zeigt. Dass Wien in absoluten Zahlen den größten Anteil stellt, hängt zudem wesentlich damit zusammen, dass die Bundeshauptstadt traditionell auch die mit Abstand meisten Zuwanderer und Arbeitssuchenden insgesamt aufnimmt. Frühere ÖIF-Forschung zu den Erwerbsverläufen von Migranten zeigt zudem, dass Geflüchtete außerhalb Wiens tendenziell höhere Erwerbsquoten erzielen als in der Bundeshauptstadt – ein struktureller Befund, der über die aktuelle Momentaufnahme hinausweist.

Credits: Screenshot, Facebook Dominik Nepp

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