Angesichts des wachsenden Personalmangels in österreichischen Kindergärten schnürt die Regierung ein neues Förderpaket. Assistenzkräfte sollen künftig leichter zu vollwertigen Elementarpädagoginnen und -pädagogen aufsteigen können – finanziert über eine neue AMS-Beihilfe.
Die neue Weiterbildungsteilzeitbeihilfe
Basis der Förderung ist die neue Weiterbildungsteilzeitbeihilfe des Arbeitsmarktservice (AMS). Menschen, die berufsbegleitend eine Ausbildung absolvieren, erhalten dabei finanzielle Unterstützung. Für die Jahre 2027 bis 2029 stehen dafür im Bereich Kindergärten insgesamt drei Millionen Euro zusätzlich bereit, wie Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) der APA mitteilte. Der Fokus liegt klar auf Assistenzkräften, die sich zu gruppenführenden Elementarpädagoginnen und -pädagogen weiterqualifizieren wollen – Voraussetzung dafür ist der Besuch entsprechender Hochschul- und Universitätslehrgänge.
Zwei konkrete Ausbildungsangebote
Für die Weiterbildungsteilzeitbeihilfe kommen laut Bildungsministerium insbesondere zwei Angebote infrage: der Lehrgang „Elementar plus“ an der Universität Graz sowie der neue Kurs „ElementarPro“, der ab dem Studienjahr 2026/27 an mehreren Pädagogischen Hochschulen österreichweit angeboten wird.
Steigender Fachkräftebedarf als Auslöser
Wiederkehr begründet den Vorstoß mit dem kontinuierlich wachsenden Bedarf an qualifiziertem Personal in Kindergärten sowie weiteren Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen. Mit den neuen Fördermöglichkeiten sollen finanzielle Hürden abgebaut und berufsbegleitende Ausbildungswege attraktiver gestaltet werden. „Eine hochwertige Elementarpädagogik beginnt bei bestens ausgebildeten Fachkräften. Deshalb schaffen wir Rahmenbedingungen, die mehr Menschen den Einstieg oder Aufstieg in dieses Berufsfeld ermöglichen“, so der Bildungsminister.
Reduzierte Arbeitszeit, einkommensabhängige Förderung
Teilnehmer können ihre reguläre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren, um die entsprechenden Kurse zu besuchen. Die Förderung kann laut Bildungsressort für bis zu zwei Jahre gewährt werden und richtet sich nach dem individuellen Einkommen sowie dem konkreten Ausmaß der Arbeitszeitreduktion.
Zusätzliches Geld neben bestehendem Budget
Wichtig zur Einordnung: Die nun bereitgestellten drei Millionen Euro kommen zusätzlich zu den bereits bestehenden Mitteln. Sie ergänzen laut Wiederkehr die jährlich für die allgemeine Weiterbildungszeit vorgesehenen 150 Millionen Euro, die für alle Berufsfelder zur Verfügung stehen.
Auch Sozialministerin sieht Investition in den Arbeitsmarkt
Auch Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) betonte die Bedeutung der Maßnahme: „Weiterbildung ist eine Investition in die Zukunft der Menschen und in unseren Arbeitsmarkt. Gerade dort, wo Fachkräfte gebraucht werden, müssen wir Menschen dabei unterstützen, den nächsten beruflichen Schritt zu machen. Die Weiterbildungszeit schafft dafür neue Möglichkeiten.“
Ein gezielter Baustein gegen den Personalmangel
Mit der neuen Förderung setzt die Regierung gezielt an einer bestehenden Schwachstelle des heimischen Bildungssystems an: dem Mangel an ausgebildeten Fachkräften im Elementarbereich. Ob die drei Millionen Euro über die kommenden drei Jahre tatsächlich spürbar mehr Assistenzkräfte zum Aufstieg bewegen, wird sich erst in der praktischen Umsetzung zeigen.
Credits: BKA/Valentin Brauneis
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