Diesel wieder über zwei Euro: Iran-Krieg treibt Spritpreise erneut in die Höhe

Diesel wieder über zwei Euro: Iran-Krieg treibt Spritpreise erneut in die Höhe

Der eskalierende Krieg zwischen den USA und dem Iran macht sich an Österreichs Zapfsäulen wieder deutlich bemerkbar. Diesel kostet erstmals seit Monaten wieder mehr als zwei Euro pro Liter – und in der Regierung wird bereits über eine neuerliche Spritpreisbremse diskutiert.

Die aktuellen Preise im Detail

Wie aus Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervorgeht, kostete Diesel am Mittwoch im österreichweiten Median 2,009 Euro je Liter, Benzin lag bei 1,878 Euro. Nur einen Tag zuvor hatten die Preise noch bei 1,989 Euro für Diesel beziehungsweise 1,864 Euro für Benzin gelegen – ein weiterer, deutlicher Sprung nach oben innerhalb von nur 24 Stunden.

Ein Blick auf die gesamte Preisentwicklung

Zur Einordnung lohnt sich ein Vergleich mit dem Ausgangsniveau vor Kriegsbeginn: In der Woche vor Ausbruch des Iran-Kriegs im Februar kostete Benzin im österreichweiten Median noch 1,52 Euro pro Liter, Diesel 1,57 Euro. Am bisherigen Höhepunkt der ersten Preisrallye Ende März erreichte der bundesweite Median für Benzin rund 1,90 Euro, für Diesel rund 2,20 Euro. Danach beruhigte sich die Lage vorübergehend wieder – die aktuelle Entwicklung zeigt nun aber erneut klar nach oben.

Warum der Preis wieder steigt

Ursache für den erneuten Anstieg ist die jüngste Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran: Nach elf aufeinanderfolgenden Nächten mit US-Angriffen auf iranisches Staatsgebiet und iranischen Gegenschlägen gegen Ziele in der gesamten Golfregion gerät die für den globalen Ölhandel entscheidende Straße von Hormus zunehmend zum Krisenherd. Durch die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verschifft – die anhaltende Blockade sowie wiederholte Angriffe auf Energieinfrastruktur in mehreren Golfstaaten sorgen international für Versorgungsunsicherheit und damit steigende Rohölpreise, die sich unmittelbar auf die heimischen Zapfsäulen durchschlagen.

Politik diskutiert erneut über eine Preisbremse

Angesichts der steigenden Preise wird in der Bundesregierung laut übereinstimmenden Medienberichten bereits über eine Ausweitung der Spritpreisbremse verhandelt. Die im April eingeführte Maßnahme hatte ursprünglich aus einer Kombination von Mineralölsteuer-Senkung und einer Begrenzung der Handelsmargen der Mineralölkonzerne bestanden und den Literpreis um bis zu zehn Cent gedrückt. In den folgenden Monaten wurde die Regelung schrittweise abgeschwächt: Seit Juni wird nur noch die Mineralölsteuer um 1,7 Cent pro Liter gesenkt, der umstrittene Margeneingriff wurde auf Druck von ÖVP und NEOS fallen gelassen. Erst kürzlich hatte der ÖGB angesichts der neuerlichen Preissteigerungen eine Rückkehr zur ursprünglichen, wirksameren Regelung samt Margenbegrenzung gefordert.

Ein Blick über die Grenze

Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf Österreich: Auch in Deutschland zog der Dieselpreis mit dem erneuten Aufflammen des Konflikts kräftig an. Der weltweite Ölpreis ist laut Fachanalysen seit Kriegsbeginn um mehr als 40 Prozent gestiegen, was sich unmittelbar auf die Kraftstoffpreise in ganz Europa auswirkt.

Wie es weitergeht

Ob und in welcher Form die Bundesregierung tatsächlich erneut in die Preisbildung eingreift, ist derzeit offen. Angesichts der anhaltenden militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran dürfte die Entwicklung an den Zapfsäulen aber auch in den kommenden Wochen ein zentrales politisches Thema bleiben.

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