Ein Ex-Kanzler, ein aus der SPÖ geworfener Ex-Landeschef und ein Milliardenerbe – die Gerüchteküche rund um ein mögliches neues Wahlbündnis brodelt weiter. Bestätigt ist davon bislang wenig, dementiert ist zumindest ein Teil bereits deutlich.
Der Ausgangspunkt: Ein Bericht der Tiroler Tageszeitung
Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, könnte sich im Hintergrund ein neues, breit angelegtes Wahlbündnis auf Bundesebene formieren – mit Sebastian Kurz an der Spitze und dem früheren Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer in einer zentralen Rolle. Ein erster Testlauf sei demnach sogar schon bei der Tiroler Landtagswahl im Herbst 2027 denkbar.
Dornauer bestätigt Gespräche, aber nicht mehr
Konkreter als sonst üblich äußerte sich Dornauer selbst zu den Spekulationen. „Wir sind im Austausch und führen natürlich politische Gespräche“, bestätigte er gegenüber der „TT“. Eine Zusage zu einem konkreten Bündnis oder gar einer gemeinsamen Liste mit Kurz ist das allerdings nicht – Dornauer bestätigt damit lediglich, dass Gespräche stattfinden, nicht deren Ergebnis oder Zielrichtung.
Die Rolle von Eva Schütz
Als mögliches Bindeglied zwischen den beiden Lagern wird in der Berichterstattung Dornauers Verlobte Eva Schütz genannt. Schütz ist Herausgeberin und Chefredakteurin des Online-Mediums Exxpress und war in der Bundesregierung Kurz I als stellvertretende Kabinettschefin im Finanzministerium tätig – sie verfügt damit über direkte persönliche Verbindungen ins engere Kurz-Umfeld. Dornauer und Schütz waren nach eigenen früheren Angaben für eine Hochzeit im Juni dieses Jahres vorgesehen.
Mateschitz als stiller Unterstützer?
Für zusätzliches Aufsehen sorgt ein weiterer Name in der Berichterstattung der „TT“: Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz soll das Projekt demnach wohlwollend unterstützen. Eine eigene Stellungnahme von Mateschitz selbst zu dieser Behauptung liegt bislang nicht vor.
Kurz dementiert deutlich
Aus dem Büro von Sebastian Kurz kam auf Anfrage von oe24 eine klare Zurückweisung: Die Spekulationen seien „absoluter Blödsinn“, Kurz sei „weder Teil noch Unterstützer irgendwelcher Politpläne von Georg Dornauer“. Das Dementi bezieht sich damit ausdrücklich auf eine Zusammenarbeit mit Dornauer – zu den parallel kursierenden, unabhängig davon kursierenden Gerüchten um eine mögliche eigene „Liste Kurz“ oder ein „Antreten mit der ÖVP“ äußerte sich das Kurz-Büro in diesem Zusammenhang nicht gesondert.
Ein Rückblick: Wie Dornauer zur SPÖ stand
Der Hintergrund für Dornauers politische Suche nach neuen Optionen liegt in seinem eigenen Bruch mit der SPÖ: Der frühere Tiroler Landesparteichef wurde aus der Partei geworfen und soll seither an einer eigenen Liste für die Tiroler Landtagswahl 2027 arbeiten. Ob und wie sich diese eigene Liste mit den nun kolportierten bundesweiten Kurz-Plänen verbinden lässt, ist derzeit ebenso offen wie die Frage, ob es überhaupt zu einer gemeinsamen politischen Initiative kommt.
Einordnung
Festzuhalten bleibt: Bestätigt ist bislang nur, dass Dornauer selbst „politische Gespräche“ mit nicht näher genannten Personen einräumt. Die konkrete Verbindung zu Kurz sowie die angebliche Unterstützung durch Mateschitz stammen aus einem einzelnen Zeitungsbericht und wurden von Kurz‘ Büro ausdrücklich dementiert. Bis zu einer offiziellen Bestätigung durch alle involvierten Seiten bleibt die Geschichte damit im Bereich der politischen Spekulation.
Credits: Dragan Tatic, BKA
Neueste Kommentare