Eine heftige Explosion hat am Samstagabend ein exklusives Restaurant im Zentrum Moskaus erschüttert. Nach ersten Spekulationen über eine Gasexplosion bestätigten die russischen Behörden inzwischen: Es war ein gezielter Bombenanschlag.
Frau soll Sprengsatz eingeschleust haben
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll eine bislang nicht identifizierte Frau versucht haben, einen selbst gebauten Sprengsatz in das Restaurant „Balzi Rossi“ am Kudrinskaja-Platz zu bringen. „Ein selbst gebauter Sprengsatz ist in einem Restaurant am Kudrinskaja-Platz in Moskau explodiert und hat drei Menschen getötet“, erklärte das russische Antiterror-Komitee laut der Staatsagentur TASS, wie oe24 berichtet. Ein Wachmann soll die Frau gestoppt haben, bevor sie das Gebäude betreten konnte – dabei kam es zur Explosion. Sowohl die mutmaßliche Attentäterin als auch der Wachmann sowie ein Gast des Lokals wurden getötet, mindestens 21 weitere Menschen wurden verletzt.
Sprengsatz mit Kugellagern präpariert
Laut Recherchen mehrerer internationaler Medien war der Sprengsatz in einer Geschenkbox versteckt und mit Metallkugellagern präpariert, die als Splitter wirken sollten – die Sprengkraft soll jener von einem Kilogramm TNT entsprochen haben. Zum Zeitpunkt der Explosion war das Lokal für eine private Feier auf der Sommerterrasse geschlossen und stand unter verstärkter Bewachung.
Ursprünglich war von einer Gasexplosion die Rede
Zunächst hatten Berichte in russischen Medien und sozialen Netzwerken eine ganz andere Ursache vermutet. Auf dem Telegram-Kanal Basa, der für enge Verbindungen zu den Sicherheitskräften bekannt ist, war von einer Gasexplosion in einer der Küchen des Cafés die Rede gewesen – als Ursache wurde ein Leitungsleck vermutet. Auch im russischen Staatsfernsehen hieß es ursprünglich, das Unglück könnte durch eine Gasflasche verursacht worden sein. Erst am Abend stellte das Antiterror-Komitee offiziell klar, dass es sich um einen Bombenanschlag handelte.
War ein General das eigentliche Ziel?
Unklar ist weiterhin, wer hinter der Tat steckt und welches Motiv dahintersteckte. Nach Medienberichten war das Restaurant für eine private Veranstaltung gebucht worden – in sozialen Medien kursierten sowohl Gerüchte über eine Hochzeitsgesellschaft als auch über die Geburtstagsfeier eines Generals der russischen Streitkräfte. Die Behörden äußerten sich dazu zunächst nicht, wie oe24 berichtet. Auch zur Identität der mutmaßlichen Attentäterin sowie dazu, ob sie den Sprengsatz absichtlich zur Detonation brachte oder ob dieser unbeabsichtigt ausgelöst wurde, machten die Ermittler bislang keine Angaben.
Ein Muster von Anschlägen auf russischem Boden
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Angriffe der vergangenen Monate ein. Bereits im Februar hatte ein Sprengstoffanschlag auf ein Polizeifahrzeug nahe dem Moskauer Bahnhof Sawjolowski einen Polizisten sowie den mutmaßlichen Angreifer selbst das Leben gekostet. Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hatte in diesem Zusammenhang angekündigt, den Schutz hochrangiger Militärangehöriger zu verstärken – als Reaktion auf eine Serie von Attentaten und Attentatsversuchen, für die Moskau ukrainische Stellen verantwortlich macht. Ob der aktuelle Anschlag in einem ähnlichen Zusammenhang steht, ist bislang nicht bestätigt.
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