Nach zwei Rezessionsjahren ist Österreichs Wirtschaft 2025 wieder gewachsen, aber etwas schwächer als zuletzt angenommen. Statistik Austria hat das reale Plus auf 0,7 Prozent korrigiert. Für Diskussion sorgt vor allem die Frage, woher das Wachstum kommt.
Von 0,6 über 0,8 auf 0,7 Prozent
Laut der am Mittwoch veröffentlichten Jahresrechnung der Statistik Austria stieg das reale Bruttoinlandsprodukt 2025 um 0,7 Prozent, wie der ORF berichtet. Im Juni waren die vorläufigen Daten noch von 0,8 Prozent ausgegangen, die allererste Schätzung im März von 0,6 Prozent. Je nach Vergleichszeitpunkt ist das Wachstum also schwächer oder stärker als gedacht – die APA hatte ihre Meldung zunächst mit „stärker als gedacht“ betitelt und später korrigiert, weil der Vergleich mit dem Juni-Stand der maßgebliche ist. Nominell, also inklusive Inflation, wuchs das BIP um 3,6 Prozent auf 518,2 Milliarden Euro.
Dienstleister vorne, Bau bremst
„Getragen“ worden sei das Wachstum „vor allem vom Dienstleistungsbereich, aber auch die Herstellung von Waren konnte wieder zulegen“, sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, laut Aussendung. „Nachfrageseitig stützen vor allem Investitionen und Konsumausgaben das Bruttoinlandsprodukt.“ Der Dienstleistungsbereich legte real um 1,6 Prozent zu. Gebremst wurde die Wirtschaft dagegen vom Bau: Die Bauinvestitionen gingen um 2,9 Prozent zurück, vor allem wegen des schwachen Wohnbaus. Investitionen in Fahrzeuge und Maschinen stiegen dagegen um fast zehn Prozent.
Staatskonsum wächst stärker als privater Konsum
Kritik kommt von der FPÖ. Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm verweist in einer Aussendung auf die Zahlen der Statistik Austria: Der öffentliche Konsum sei real um 2,0 Prozent gewachsen, der Konsum der privaten Haushalte nur um 0,4 Prozent. „Wenn der Staatskonsum rund fünfmal so stark wächst wie der private Konsum, ist das kein selbsttragender Aufschwung“, so Kolm. Außerdem seien „rund vier Fünftel des Zuwachses“ bei nominell 3,6 und real 0,7 Prozent Wachstum „Preissteigerung, nicht zusätzlicher Wohlstand“. Die Rechnung geht auf: Die Differenz von 2,9 Prozentpunkten entspricht gut 80 Prozent des nominellen Zuwachses.
Noch unter dem Niveau von 2022
Auch Kolms Befund, die Wirtschaftsleistung liege noch unter dem Niveau von 2022, lässt sich nachrechnen. Nach minus 0,7 Prozent 2023 und minus 0,3 Prozent 2024 reicht ein Plus von 0,7 Prozent nicht aus, um das Niveau von 2022 wieder zu erreichen – es fehlen rund 0,3 Prozent.
Leichtes Minus im zweiten Quartal
Auch für das laufende Jahr gab es neue Zahlen. Im ersten Quartal 2026 wuchs die Wirtschaft gegenüber dem Vorjahresquartal nun um 1,3 Prozent statt der zunächst gemeldeten 0,9 Prozent, im zweiten um 0,6 statt 0,4 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal blieb es im zweiten Quartal aber bei einem leichten Rückgang von 0,1 Prozent.
Credits: BKA
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