Andreas Babler wirkt auf mich oft so, als würde er sich selbst noch als politischen Hoffnungsträger sehen. Die Realität scheint jedoch eine andere zu sein: Die Umfragewerte der SPÖ unter seiner Führung sind im Keller, und viele Wähler scheinen der Partei zunehmend den Rücken zu kehren.
Auch politische Kommentatoren wie Gerald Grosz zeichnen ein düsteres Bild. Er hält es sogar für möglich, dass die SPÖ noch weiter abrutscht und langfristig in den einstelligen Prozentbereich landen könnte. Ob diese Prognose eintritt, bleibt abzuwarten – doch sie zeigt, wie kritisch die aktuelle Lage eingeschätzt wird.
Neue Jobvisionen: Abwasserverband, Remus oder Taxifahrer?
Das Bürgermeisteramt in Traiskirchen ist bereits vergeben. Gerald Grosz brachte daher augenzwinkernd den Traiskirchner Abwasserverband ins Spiel – als satirischen Hinweis darauf, dass Babler nach seiner politischen Laufbahn wohl eine neue Herausforderung suchen müsste.
Auch aus der Wirtschaft gab es bereits scharfe Kritik. So wurde dem Unternehmer Stephan Zöchling, Chef von Remus, die Aussage zugeschrieben: „Andreas Babler dürfte bei mir nicht einmal den Hof zusammenkehren.“ Unabhängig davon, wie zugespitzt diese Formulierung ist, zeigt sie, wie kritisch manche Vertreter der Wirtschaft Bablers Auftreten und seine politische Arbeit beurteilen.
Auch die Tätigkeit als Taxifahrer wäre wohl nichts für Andreas Babler. In einer internationalen Stadt wie Wien sind gute Fremdsprachenkenntnisse – insbesondere Englisch – im Berufsalltag oft von Vorteil. Kritiker werfen Babler seit Jahren vor, dass seine öffentlichen Auftritte auch in deutsch sprachlich häufig unpräzise wirken und seine Botschaften nicht immer klar bei den Zuhörern ankommen. Also dann doch eher Radzusteller für einen Lieferservice.
Tatsächlich dürfte der Wechsel in die Privatwirtschaft für viele ehemalige Spitzenpolitiker keine Selbstverständlichkeit sein. Anders als Manager oder Unternehmer können sie ihre politische Erfahrung nicht immer eins zu eins in andere Berufe übertragen. Genau deshalb stellt sich die Frage, welchen Weg Babler einschlagen würde.
Ein Buch? Dafür braucht es nicht nur politische Erfahrungen, sondern auch eine Geschichte, die viele Menschen lesen möchten. Ein Kabarettprogramm? Seine öffentlichen Auftritte liefern zumindest regelmäßig Stoff für politische Satire. Oder findet sich doch eine Aufgabe im öffentlichen Bereich?
Fest steht: Sollte die SPÖ ihren Abwärtstrend nicht stoppen können, wird die Debatte über Bablers Zukunft früher beginnen, als ihm lieb sein dürfte. Ob er dann als ehemaliger Parteichef und Vizekanzler einen erfolgreichen Neustart schafft oder als Symbol einer gescheiterten politischen Ära in Erinnerung bleibt, werden die kommenden Monate zeigen.
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