Erstmals seit Wochen: Explosionen erschüttern wieder Teheran

Erstmals seit Wochen: Explosionen erschüttern wieder Teheran

Nach mehr als einem Monat relativer Ruhe über der iranischen Hauptstadt ist die Eskalation zwischen den USA und dem Iran in eine neue, gefährlichere Phase getreten. In der Nacht auf Mittwoch war in Teheran erstmals seit Beginn der jüngsten Konflikteskalation wieder die Flugabwehr aktiv.

Was in der Nacht geschah

Im Nordosten der 15-Millionen-Metropole waren dumpfe Detonationen zu hören, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Auch iranische Staatsmedien meldeten Flugabwehrfeuer in mehreren Bezirken der Stadt. Wie t-online berichtet, herrschte nach der gut einstündigen Angriffswelle zunächst wieder Ruhe. Parallel zu den Ereignissen in Teheran gab das US-Militär eine neue Angriffswelle auf militärische Ziele im gesamten Iran bekannt – es war bereits die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik attackierten.

Was die USA als Ziele angeben

Laut einer Mitteilung des zuständigen US-Regionalkommandos CENTCOM auf der Plattform X richteten sich die Angriffe gegen militärische Kommandozentralen, die iranische Marine sowie Luftwaffenstandorte. Ziel sei es, die Fähigkeit des Iran zu schwächen, Handelsschiffe in der für den globalen Ölhandel bedeutenden Straße von Hormus anzugreifen. Konkrete Details zu den in Teheran selbst betroffenen Zielen machte CENTCOM nicht bekannt.

Ein bedeutsamer zeitlicher Bruch

Die bisher letzten Angriffe auf Teheran hatte es laut oe24.at Anfang Juni gegeben – damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert. Dass nun wieder die Hauptstadt selbst betroffen ist, deutet nach Einschätzung von t-online darauf hin, dass der Konflikt in eine neue Phase eintritt, nachdem sich die Angriffe zuletzt vor allem auf südliche Küstenregionen und die Straße von Hormus konzentriert hatten.

Trumps Drohung gegen „Pickaxe Mountain“

Den nächtlichen Angriffen waren deutliche Warnungen von US-Präsident Donald Trump vorausgegangen. Bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus drohte er am Dienstag konkret mit einem Angriff auf ein als „Pickaxe Mountain“ bekanntes Areal: „Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht.“ Bei dem Komplex handelt es sich um eine tief unter dem Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans in Zentraliran gelegene Anlage, der laut Al Jazeera eine mögliche Verbindung zum iranischen Atomprogramm nachgesagt wird – US-Behörden vermuten dort mutmaßlich gelagerte Urananreicherungszentrifugen. Trump betonte zudem, das US-Militär werde jede Anlage angreifen, die Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.

Iranische Vergeltung in der gesamten Region

Als Reaktion auf die anhaltenden US-Angriffe setzte der Iran seine Vergeltungsschläge gegen Staaten mit US-Militärpräsenz in der Region fort. Im Golfstaat Bahrain heulten laut t-online erneut die Alarmsirenen, das dortige Innenministerium rief die Bevölkerung dazu auf, ruhig zu bleiben und sichere Orte aufzusuchen. Auch aus Kuwait wurden neue Drohnenangriffe gemeldet, die dortige Armee erklärte, gehörte Explosionen stammten von der eigenen Flugabwehr, die auf die Attacken reagiert habe.

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