Als Medienminister wollte Andreas Babler Kindern unter 14 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbieten. Daraus wird vorerst nichts, die EU-Kommission hat das Vorhaben gestoppt. Auf den Kanälen seiner eigenen Partei ist dagegen schon ein anderes Verschwinden Realität: Babler selbst kommt dort nicht mehr vor.
Seit dem Rückzug kein einziger Beitrag
Wie oe24 nachgezählt hat, erschien das letzte Posting mit Babler auf dem Instagram-Kanal der SPÖ an jenem Tag, an dem sein schrittweiser Rückzug besiegelt wurde. Seither hat die Partei dort 45 Beiträge veröffentlicht. In keinem davon ist der Noch-Parteichef zu sehen. oe24 spricht deshalb von einem “Social-Media-Verbot”, das Babler de facto auferlegt worden sei. Eine offizielle Anweisung dieser Art ist allerdings nicht bekannt, und die SPÖ hat sich dazu nicht geäußert.
Auch “Heute” spricht vom Verbot
Der Begriff taucht nicht nur bei oe24 auf. Auch “Heute” zitierte am Dienstag einen ungenannten “Spitzen-Repräsentanten” der SPÖ, wonach sich bis auf die Entmachtung Bablers und dessen “Social-Media-Verbot auf den Parteikanälen” nicht viel verändert habe. Wer hinter der Entscheidung steht, ob die Landesparteien, die geschäftsführende Parteiführung oder Babler selbst, bleibt offen.
Nur noch auf dem eigenen Kanal
Ganz von der Bildfläche verschwunden ist Babler aber nicht. Auf seinem persönlichen Instagram-Kanal erscheinen weiterhin regelmäßig Beiträge, laut oe24 allerdings weniger offensiv als früher. Sein Videoformat “Kein BlaBla mit Babler” gibt es schon länger nicht mehr. Öffentlich tritt er weiterhin auf: Am Montag machte er mit seiner “Ordnen statt Spalten”-Tour bei einer Townhall in Klagenfurt Station.
Der geordnete Rückzug
Hintergrund ist der Abschied Bablers auf Raten. Finanzminister Markus Marterbauer soll im Jänner das Vizekanzleramt übernehmen. Die Partei führen bereits jetzt Klubchef Philip Kucher und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner geschäftsführend, über den künftigen Vorsitz entscheidet ein Parteitag im Frühjahr. Laut übereinstimmenden Medienberichten unter Berufung auf anonyme Quellen soll Babler auch sein Ministeramt verlieren, bestätigt ist das nicht.
Auch Seltenheim wird leiser
Ruhig geworden ist es laut oe24 auch auf dem Instagram-Profil von Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim, einem der engsten Vertrauten Bablers. Dort würden kaum noch Beiträge geteilt. Ob er seine Funktion abgeben muss, ist allerdings umstritten: oe24 berichtete, Seltenheim müsse gehen, “Heute” schrieb dagegen, er habe seinen Posten “vorerst” behalten.
Credits: Parlamentsdirektion/Katie-Aileen Dempsey
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