22 Cyberangriffe in einem Jahr: Wie Hacker die Polizei bombardieren

22 Cyberangriffe in einem Jahr: Wie Hacker die Polizei bombardieren

Cyberkriminalität zählt zu den am schnellsten wachsenden Kriminalitätsformen – und auch die österreichischen Sicherheitsbehörden selbst geraten zunehmend ins Visier. Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ fördert nun zutage, wie oft und wie massiv das Innenministerium 2025 attackiert wurde.

22 Attacken binnen eines Jahres

In seiner Anfragebeantwortung berichtet Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) von insgesamt 22 Cyberangriffen allein im Jahr 2025, wie oe24 aus dem Dokument zitiert. Es handelt sich dabei um sogenannte Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) – Cyberangriffe, bei denen ein Server mit einer derartigen Flut gefälschter Anfragen überlastet wird, dass das System für reguläre Nutzer nicht mehr erreichbar ist.

Bis zu 10,6 Millionen Anfragen in nur zwei Minuten

Das Ausmaß der Attacken variierte laut Karner erheblich. „Die Größenordnung bewegte sich von 220.000 Anfragen pro zwei Minuten bis hin zu 10.600.000 Anfragen pro zwei Minuten“, teilte der Innenminister in seiner Anfragebeantwortung mit. Den konkreten Ursprung der Angriffe nannte Karner nicht – als wahrscheinlich gilt jedoch, dass ein Großteil derartiger Attacken auf staatliche Akteure aus Russland zurückgeht.

Auch Bundesheer und Verkehrsministerium betroffen

Das Innenministerium ist dabei keineswegs allein im Visier von Hackern. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hält in ihrer eigenen Stellungnahme fest: „Das BMLV muss sich regelmäßig gegen diverse Arten von Cyber-Angriffen verteidigen!“ Konkrete Details dazu nennt sie „im Sinne der militärischen Sicherheit sowie der militärischen Landesverteidigung“ allerdings nicht. Auch im Verkehrsministerium gelten derartige Angriffe laut oe24 inzwischen „als alltäglich“.

Ein bekanntes Muster

Die aktuelle Anfragebeantwortung reiht sich in eine längere Geschichte von Cybervorfällen beim Innenministerium ein. Bereits im August 2025 war ein „höchst professioneller“ Angriff auf die IT-Infrastruktur des Ressorts bekannt geworden, bei dem sich unbekannte Täter Zugriff auf Mailserver des Ministeriums verschafften, wie news.ORF.at damals berichtete. Karner sprach in diesem Zusammenhang von einem Muster, „dessen sich staatliche und halbstaatliche Akteure bedienen“, ohne konkrete Täter zu benennen. Bereits Jahre zuvor hatte auch das eigene Onlineportal von oe24.at mit einer DDoS-Attacke türkischer Hacker zu kämpfen, die vom Innenministerium seinerzeit bestätigt wurde.

Ein wachsendes Problemfeld

Dass Cyberangriffe auf öffentliche Stellen in Österreich generell zunehmen, bestätigen auch aktuelle Sicherheitsberichte. Laut einer parlamentarischen Anfrage der Grünen aus dem Frühjahr 2026 verzeichnete Österreich zuletzt wöchentlich rund 1.869 Angriffe auf öffentliche Stellen – ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Bilanz aus dem Innenministerium kein Einzelfall bleiben, sondern Teil eines anhaltenden Trends sein.

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