Zucker-Schock für Österreich: Wir trinken uns krank!

Zucker-Schock für Österreich: Wir trinken uns krank!

Süßer als Schokolade, gefährlicher als Gummibärchen: Neue Zahlen offenbaren ein alarmierendes Trinkverhalten in Österreich. Cola, Limonaden und Energydrinks spülen täglich Unmengen an Zucker in unsere Körper – mit fatalen Folgen für die Gesundheit.

Mehr Zucker im Glas als auf dem Teller

Was viele nicht ahnen: Der größte Zucker-Schock lauert nicht im Süßigkeitenregal, sondern im Getränkekühlschrank. Wie die Konsumentenschutzorganisation Foodwatch unter Berufung auf aktuelle Daten von Euromonitor berichtet, nimmt jeder Österreicher im Schnitt täglich rund 23 Gramm Zucker allein durch Softdrinks zu sich. Zum Vergleich: Durch klassische Süßwaren wie Schokolade oder Fruchtgummis sind es „nur“ 15 Gramm pro Tag.

Mit diesem Wert katapultiert sich Österreich auf einen traurigen zweiten Platz im westeuropäischen Vergleich. Nur in Deutschland wird mit 26 Gramm pro Tag noch mehr Zucker getrunken, wie aus den von Foodwatch und der Kleinen Zeitung zitierten Daten hervorgeht. Südeuropäische Länder wie Italien zeigen mit nur 9,5 Gramm, dass es auch anders geht.

WHO-Limit fast allein durch Getränke erreicht

Die Zahlen sind besonders besorgniserregend, wenn man die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet. Diese rät zu maximal 25 Gramm Zucker pro Tag für einen Erwachsenen. Dieses Limit wird in Österreich also beinahe schon allein durch das Trinken von Limonaden und Co. erreicht. Noch dramatischer ist die Situation bei Kindern, deren empfohlener Höchstwert deutlich niedriger liegt.

Energydrinks als gefährlicher Trend

Besonders steil nach oben zeigt die Kurve bei den Energydrinks. Hier liegt Österreich mit 4,16 Gramm Zucker pro Kopf und Tag ebenfalls auf dem unrühmlichen zweiten Platz in Westeuropa, wie Foodwatch warnt. Diese Entwicklung ist alarmierend, da der Konsum seit 2011 stark angestiegen ist. Zuckerhaltige Getränke gelten als Hauptverursacher für Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Laut Foodwatch ist bereits jedes dritte Kind im Volksschulalter in Österreich übergewichtig.

Angesichts dieser Entwicklung fordern Konsumentenschützer seit Längerem konkrete Maßnahmen. Im Gespräch sind eine eigene Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke, eine sogenannte „Kracherl-Steuer“, sowie ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Minderjährige, wie unter anderem der Exxpress berichtet. Mehr als 100 Länder haben bereits ähnliche Abgaben eingeführt, um Hersteller zu zuckerärmeren Rezepturen zu bewegen.

Quellen: Exxpress.at, Foodwatch.org, Kleinezeitung.at, Euromonitor
Credits: APA

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