Zu viele Diebstähle in Supermärkten: Kaffee wird weggesperrt!

Zu viele Diebstähle in Supermärkten: Kaffee wird weggesperrt!

Der Preissprung macht Kaffeepackungen zum beliebten Diebesgut, die großen Handelsketten reagieren mit Glasvitrinen und einer Ausgabe an der Kasse. Der Diebstahl von Kaffeepackungen nahm jedenfalls rasant zu und entwickelt sich zum ernsthaften Problem für den Einzelhandel.

Ob Edeka, Rewe, Lidl oder Discounter: Zahlreiche Märkte in Berlin haben inzwischen reagiert und den Kaffee aus den Regalen weggeräumt. Statt wie gewohnt in den Regalgängen liegt er nun hinter Glas, an der Kasse oder ist nur noch über das Verkaufspersonal erhältlich. Manche Läden hängen sogar nur noch Fotos der Produkte aus und geben die echte Ware erst auf Nachfrage heraus, berichtet die BILD.

„Das ist leider notwendig geworden“, sagt Kristin Köbernik, Inhaberin eines Edeka-Markts in Berlin-Wannsee. „Wir möchten unsere Kunden nicht verärgern, aber die Zahl der Diebstähle ist enorm gestiegen. Wir müssen handeln.“ Wer hier Kaffee kaufen will, muss ihn wie Zigaretten oder Hochprozentiges an der Kasse verlangen.

In einer Rewe-Filiale in der Schloßstraße (Steglitz) wurde der Kaffee vollständig aus den Regalen verbannt. Stattdessen hängen dort nur noch Abbildungen der Marken – echte Ware gibt’s nur auf Anfrage. In der Müllerstraße in Berlin-Wedding wiederum wird der Kaffee gleich reihenweise hinter Glas eingeschlossen – sogar Instantkaffee ist gesichert.

Auch Discounter reagieren: Eine Filiale in der Bergstraße (ebenfalls Steglitz) legt pro Sorte nur noch zwei Packungen in die Regale – zur Abschreckung und besseren Kontrolle. Ist der Vorrat weg, fällt es schneller auf – und der wirtschaftliche Schaden wird begrenzt.

Denn der ist gewaltig: Der Einzelhandelsverband beziffert die jährlichen Verluste durch Diebstähle in Berliner Läden auf 200 Millionen Euro. Im Jahr 2023 wurden laut Polizei fast 40.000 Ladendiebstähle registriert, Kaffee gehört inzwischen zu den beliebtesten Zielen der Täter.

Ein Grund: der Preis. Im April 2025 war Bohnenkaffee laut Statistischem Bundesamt 12,2 Prozent teurer als im Vorjahresmonat – deutlich über dem Durchschnitt der allgemeinen Lebensmittelpreise. Der Kaffee wird so zum Luxusprodukt und zunehmend zur Beute.

Für viele Händler ist deshalb klar: Der Kaffee bleibt unter Verschluss – zumindest solange, bis der Diebstahl nachlässt.

Credit: APA

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