Der umstrittene Lobautunnel ist wieder auf dem Tisch. Der Wiener Verkehrsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) hat das gigantische Bauvorhaben wiederbelebt und damit die Entscheidung seiner Amtsvorgängerin, Grünen-Chefin Leonore Gewessler, gekippt. Dieser Schritt entfacht eine heftige Debatte über Milliarden-Ausgaben, Umweltschutz und die Zukunft des Wiener Verkehrs.
„Unsinn, Milliarden für Beton!“
Die Reaktion der Grünen ließ nicht lange auf sich warten und fiel entsprechend wütend aus. Eine schockierte Leonore Gewessler nahm kein Blatt vor den Mund und warf der Wiener Stadtregierung vor, mit dem „Abrissbagger“ die Natur niederzureißen. „Sie nehmen unseren Kindern auch das Vertrauen, dass Politik alles tut, damit sie eine gute Zukunft haben können“, klagte sie am Donnerstag, wie oe24.at berichtet.
Gewessler bezeichnet Hanke als „Betonminister“ und wirft ihm vor, Entscheidungen „entgegen klarer wissenschaftlicher Erkenntnisse und gegen die Interessen der Menschen“ zu treffen.
Der Kern ihrer Argumentation, gestützt durch zahlreiche Gutachten, ist einfach: „Mehr Straßen führen zu mehr Verkehr.“ Die Grünen zeichnen das Bild einer massiven sozialen Schieflage. Während bei der Teuerungsbekämpfung, der Kindergrundsicherung oder günstigeren Öffi-Tickets angeblich kein Geld da sei, scheinen die Kassen für ein Milliarden-Betonprojekt mitten im Nationalpark plötzlich prall gefüllt. „Jeder Euro, der in diesem Projekt versenkt wird, fehlt doppelt – in Bildung, Klima- und Naturschutz, bei sozialer Gerechtigkeit“, erklärte Gewessler.
Umweltschützer schlagen Alarm
Nicht nur die Politik ist in Aufruhr. Auch die prominentesten Umweltorganisationen Österreichs stimmen in den Protestchor mit ein. Greenpeace prangert das Vorhaben als „zukunftsfeindliche Betonpolitik“ an, während der WWF von einem „milliardenschweren Irrweg“ spricht. Die Fronten sind verhärtet, und da die geplante Trasse durch und unter dem sensiblen Nationalpark Donauauen verläuft, sind heftige Proteste von Aktivisten zu erwarten. Der Kampf um die Lobau ist noch lange nicht entschieden – er hat gerade erst begonnen.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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