Fünf Wochen nach dem verheerenden Amoklauf am BORG Dreierschützengasse haben die Grazer 228.000 Euro auf ein städtisches Hilfskonto eingezahlt. Die Summe wurde jetzt an den Elternverein der Schule überwiesen. Der Täter Artur A. (21) erschoss neun Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren und eine Lehrerin.
Mit den Spenden sollen vor allem Kosten gedeckt werden, die nicht vom staatlichen Opferschutzgesetz oder dem Opferschutzfonds erfasst sind – etwa die psychologische Begleitung, Nachhilfe, Therapiefahrten oder unbürokratische Soforthilfen für betroffene Familien. Ein erster Schwerpunkt sei die Finanzierung eines Sommerprogramms für die Schüler des BORG, um ihnen nach den traumatischen Ereignissen einen geschützten Rahmen zu bieten.
Die ordnungsgemäße Verwendung der Gelder kontrolliert pro bono ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Das Spendenkonto bleibt weiterhin geöffnet; die Stadt ruft zu weiteren Zuwendungen auf.
Die Tat
Am 10. Juni hatte ein ehemaliger Schüler (21) in der Schule das Feuer eröffnet. Neun Jugendliche und eine Lehrerin starben, elf weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter beging anschließend Suizid. Es war das schwerste Gewaltverbrechen an einer österreichischen Schule in der II. Republik. Das Motiv für die Wahnsinnstat ist nach wie vor unklar. Erwiesen ist, dass sich der Mörder so wie eine Figur in einem Horror-PC-Game bewaffnet hat
Der Elternverein kündigte an, gemeinsam mit der Schulleitung einen „nachhaltigen Unterstützungsplan“ zu entwickeln. Ziel sei es, auch in den kommenden Jahren Mittel für Trauma‑Bewältigung und Gedenkprojekte bereitzustellen. Die Stadt betonte, jeder Euro komme direkt den Betroffenen zugute: „Die Hilfsbereitschaft der Grazer zeigt, dass die Stadt in ihrer schwersten Stunde zusammensteht.“

Der Täter: Artur A. (21)
Credit: Screenshots, APA
Neueste Kommentare