Zapfsäulen auf Entzug: Slowakei rationiert als erstes EU-Land den Sprit

Zapfsäulen auf Entzug: Slowakei rationiert als erstes EU-Land den Sprit

Was bislang wie ein Szenario aus den 1970er-Jahren klang, ist im März 2026 europäische Realität. Die Slowakei hat als erstes EU-Mitglied konkrete Treibstoff-Rationierungen eingeführt – und zeigt damit, wie schnell Energieabhängigkeit zur handfesten Krise wird.

Druschba-Pipeline und Iran-Krieg als doppelter Treiber

Wie oe24 unter Berufung auf die slowakische Regierung berichtet, liegen die Ursachen der Krise auf zwei Ebenen: Seit Ende Januar 2026 fließt kein russisches Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline über ukrainisches Territorium – offiziell wegen Schäden durch Drohnenangriffe. Wie t-online berichtet, werfen Bratislava und Budapest der Ukraine vor, die Lieferungen absichtlich zu behindern und eine unabhängige Überprüfung der beschädigten Pipeline zu verweigern. Gleichzeitig sorgt der Iran-Krieg für zusätzliche Verwerfungen auf den globalen Ölmärkten. Bereits Ende Februar hatte die slowakische Regierung daraufhin offiziell den sogenannten „Erdöl-Notstand“ ausgerufen und strategische Reserven freigegeben, um die heimische Raffinerie Slovnaft am Laufen zu halten.

Preisbremse als Bumerang

Wie t-online weiter berichtet, hatte die Regierung in Bratislava nach Ausbruch des Iran-Kriegs mit Slovnaft eine freiwillige Preisbremse vereinbart, um die Bevölkerung vor explodierenden Kosten zu schützen. Wie vol.at festhält, wurde diese Maßnahme zum Problem: Die im Vergleich zu Österreich, Polen und Tschechien deutlich günstigeren Spritpreise lösten massiven Tanktourismus aus den Nachbarländern aus. Besonders im slowakisch-polnischen Grenzgebiet waren Tankstellen laut oe24 zeitweise komplett leer.

Die neuen Regeln seit 18. März

Wie Ministerpräsident Robert Fico nach einer Kabinettssitzung am 18. März laut t-online erklärte, gelten seither folgende Einschränkungen: Pro Fahrzeug darf nur noch Treibstoff im Wert von maximal 400 Euro getankt werden. Wie vol.at berichtet, ist die Mitnahme von mehr als zehn Litern in Kanistern oder anderen Behältern zusätzlich untersagt – auch innerhalb des 400-Euro-Limits. Wie oe24 festhält, werden für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen höhere Preise verlangt, die sich am Durchschnitt der Spritkosten in Österreich, Tschechien und Polen orientieren. Treibstoffexporte ins Ausland werden ebenfalls begrenzt.

Befristet – aber verlängerbar

Wie Fico laut t-online nach der Kabinettssitzung betonte, soll die Verordnung zunächst für 30 Tage gelten – eine Verlängerung ist jedoch ausdrücklich vorgesehen, sollte sich die Versorgungslage nicht entspannen. Wie vol.at abschließend festhält, könnten die Maßnahmen auch Auswirkungen auf die Nachbarländer haben: In Grenzregionen könnte sich die Nachfrage künftig verlagern – was die Lage an österreichischen Tankstellen zusätzlich unter Druck setzen dürfte.


Quellen:

  • exxpress.at, 20. März 2026
  • oe24.at, März 2026
  • t-online.de / APA, 19. März 2026
  • vol.at / APA, 18. März 2026
  • apollo-news.net, März 2026

Credits: APA

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