Wöginger zieht sich zurück — aber nur ein bisschen

Wöginger zieht sich zurück — aber nur ein bisschen

Eine stille Rochade in der ÖVP Oberösterreich: ÖVP-Klubchef August Wöginger wird beim Landesparteitag am 24. April nicht mehr als Stellvertreter von Landeshauptmann Thomas Stelzer kandidieren. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten und die Salzburger Nachrichten berichten, erfolgt der Schritt auf eigenen Wunsch — und kommt alles andere als zufällig.

Hattmannsdorfer übernimmt die Rolle

Als Nachfolger ist laut oe24 und den OÖ Nachrichten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) vorgesehen. Er soll Wögingers bisherige Funktion als Parteivertreter in Wien übernehmen. Wie oe24 berichtet, war zwischenzeitlich auch Integrationsministerin Claudia Bauer im Gespräch. Der Wahlvorschlag wird heute, Montag, bei der Landesparteikonferenz beschlossen. Neben Hattmannsdorfer bleiben laut nachrichten.at Wirtschaftsbund-Landesobfrau Doris Hummer, ÖAAB-Landesobfrau Christine Haberlander und Bauernbund-Obfrau Michaela Langer-Weninger weiterhin Stelzers Stellvertreter. Bundeskanzler Christian Stocker wird beim Parteitag eine Rede halten.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall

Der Rückzug fällt in eine heikle Phase für Wöginger: Wenige Tage vor dem Parteitag — am 21. April — wird das Urteil im Linzer „Postenschacher“-Prozess erwartet. Wie ORF Oberösterreich und Puls 24 berichten, wird Wöginger dort gemeinsam mit zwei Finanzbeamten wegen Amtsmissbrauchs angeklagt. Der Vorwurf: Er soll 2017 beim damaligen Finanz-Generalsekretär Thomas Schmid interveniert haben, um einem ÖVP-Bürgermeister den Chefposten im Finanzamt Braunau zu sichern — auf Kosten einer besser qualifizierten Bewerberin. Im Falle eines Schuldspruchs drohen laut unzensuriert.at zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft.

Partei hält an Klubchef fest — fürs Erste

Wie vienna.at festhält, hatte sich die ÖVP bisher demonstrativ hinter Wöginger gestellt: Selbst bei einem erstinstanzlichen Schuldspruch wolle man am Klubchef festhalten, stellte Kanzler Stocker klar. Wöginger selbst hatte nach Bekanntwerden des neuen Prozesstermins betont, er werde „natürlich Klubobmann bleiben“. Der Rückzug aus der oberösterreichischen Parteifunktion ist damit vorerst die einzige personelle Konsequenz — ob es dabei bleibt, hängt vom Ausgang des Prozesses am 21. April ab. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.


Quellen:

  • oe24.at: ÖVP-Personalrochade: Wöginger-Rückzug als Stelzer-Vize (22.03.2026)
  • nachrichten.at: ÖVP Oberösterreich: Ein heikler Tausch in einer Stellvertreter-Position (22.03.2026)
  • sn.at: Wöginger in Oberösterreich am Rückzug (22.03.2026)
  • vienna.at: Wöginger in Oberösterreich am Rückzug (22.03.2026)
  • ooe.orf.at: Wöginger-Prozess: Verteidiger wollen Freisprüche (11.02.2026)
  • puls24.at: Postenschacher-Affäre: Prozess heute wieder ohne Wöginger
  • heute.at: Urteil im April – 13 Termine – an diesen Tagen muss Wöginger vor Gericht
  • profil.at: Vor Wöginger-Prozess: Erste Konsequenzen nach Postenschacher (11.02.2026)

Credits: APA

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