Die neue Chefin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Martha Schultz, steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Während sie ihre Reformpläne für 2026 präsentiert, wächst der Druck von allen Seiten. Vertreter der Grünen, FPÖ, SPÖ und Neos fordern nicht nur mehr Tempo, sondern auch drastische Einschnitte. Die Opposition will nicht länger auf die Ergebnisse der von Schultz beauftragten KPMG-Prüfung warten, die erst im Juni erwartet werden.
Rücklagen auflösen und sparen
Matthias Krenn von der Freiheitlichen Wirtschaft (FW) fordert im ORF-Radio, überschüssige Rücklagen aufzulösen und diese an die Mitglieder zurückzugeben. Auch Bernd Hinteregger vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband (SWV) sieht Einsparungspotenzial: „In Zeiten der Digitalisierung könnten wir uns die Hälfte der Bezirksstellen sparen.“
Kammerumlage 2 im Visier
Sabine Jungwirth von der Grünen Wirtschaft fordert die Abschaffung der Kammerumlage 2, die jährlich 300 Millionen Euro einbringt. „Das ist keine Herkulesaufgabe“, betont sie im Ö1-Interview. Schultz hingegen plant, 4,2 Millionen Euro einzusparen – ein Tropfen auf den heißen Stein, wie Kritiker meinen.
Reformen auf allen Ebenen
Schultz selbst will die WKÖ auf zwei Ebenen reformieren: organisatorisch und strukturell. Ein sofortiger Einstellungsstopp und eine schrittweise Reduktion des Personals bis 2027 sollen die Kosten senken. „Wir müssen uns selbst hinterfragen“, so Schultz. Auch die Gehälter der Führungsspitze wurden eingefroren, um ein Zeichen zu setzen.
Kritik an der Vergangenheit
Die Ära Harald Mahrer, Schultz‘ Vorgänger, hinterlässt tiefe Spuren. Hohe Funktionsentschädigungen und ein verschwenderischer Umgang mit Ressourcen – wie etwa eine teure Opernball-Loge – sorgten für öffentliche Empörung. Schultz will nun Transparenz schaffen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.
Opposition bleibt skeptisch
Trotz der angekündigten Reformen bleibt die Opposition kritisch. Die FPÖ fordert die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft, während die Neos und Grünen die Kammerumlage 2 abschaffen wollen. Schultz verteidigt jedoch die Pflichtmitgliedschaft: „Nur wenn alle Unternehmen beitragen, sind wir stark.“
Ein langer Weg
Die Reformgruppe 2026 soll bis Mitte des Jahres erste Ergebnisse liefern. Doch ob Schultz die WKÖ aus der Krise führen kann, bleibt abzuwarten. Die Branche blickt gespannt auf die kommenden Monate.
Quellen: oe24.at, kurier.at
Credits: APA
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