Wissenschaftsministerin verweigert Plagiatsjäger die Herausgabe ihrer Bachelor-Arbeit

Wissenschaftsministerin verweigert Plagiatsjäger die Herausgabe ihrer Bachelor-Arbeit

Das ist dann doch etwas irritierend: Die erst seit vier Monaten amtierende Wissenschaftsministerin Eva Holzleitner (SPÖ) will keinesfalls ihre Bachelor-Arbeit vom bekannten Plagiatsjäger und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber auf mögliche Tricksereien prüfen lassen. Und: Weber kritisiert, dass Holzleitner zwei verschiedene Themen genannt hat.

Warum die Frauen- und Wissenschaftsministerin (32) ihre Bachelor-Arbeit nicht prüfen lassen will, ist auch für den prominenten Kommunikationswissenschaftler aus Salzburg ein Rätsel: „Ich habe bei der neuen österreichischen Wissenschaftsministerin der SPÖ, Eva-Maria Holzleitner, BSc angefragt, ob sie mir ihre Bachelorarbeit schicken möchte. Bachelorarbeiten müssen ja nicht veröffentlicht werden. Allerdings finde ich, dass es ein öffentliches Interesse daran geben sollte, worüber die neue Wissenschaftsministerin eigentlich wissenschaftlich geschrieben hat“, schreibt Stefan Weber.

Und der Plagiatsjäger, der erst vor wenigen Tagen abgeschriebene Texte in einem Buch des deutschen Kanzlers Friedrich Merz aufgedeckt hat, meint dann zur Kooperations-Verweigerung der Ministerin: „Die Verweigerung der Ministerin hat mich mehrfach überrascht. Ich habe erst ein einziges Mal eine Politikerin in Österreich gefragt, ob sie mir ihre Bachelorarbeit mailen möchte. Das war Sigi Maurer von den Grünen, und sie hat das mit ihrer Arbeit zum Thema „Zum Verhältnis von Theorie und Praxis bei Adorno“ (57 Seiten) anstandslos getan, was mich wirklich gefreut hat. Würde ich Bachelor sein und würde mich ein „Plagiatsjäger“ fragen, ob ich ihm meine Arbeit mailen möchte, wäre ich eher dankbar für das Gratis-Angebot und neugierig auf das Ergebnis: Mich würde interessieren, was die Software anzeigt und auch ob mich irgendjemand später beklaut hat. So aber bleibt die Bachelorarbeit der roten Politikerin zum roten Thema Privatsache. Das ist nicht die Transparenz, die ich von einer modernen Politik erwarte.“

Kann sich Ministerin nicht mehr an das Thema ihrer Bachelor-Arbeit erinnern?

Außerdem kam dem Plagiatsjäger dann noch etwas seltsam vor: „Die Ministerin mailte mir heute bekanntlich, dass sie ihre Bachelorarbeit zum Thema Neoliberalismus und Sozialdemokratie – Eine Reformdiskussion zwischen gesellschaftlicher Freiheit, Solidarität und dem Markt“ verfasst habe. Im Tätigkeitsbericht der JKU wird jedoch ein ganz anderes Thema genannt, nämlich „Sozialdemokratische Werte im Wandel“.“ Und Stefan Weber stellt dazu nun Eva Holzleitner die Frage: „Was stimmt denn nun, Frau Minister?“

Weber meint dann in seinem Statement: „Mein eigentliches inhaltliches Anliegen an die neue Ministerin war aber der Hinweis auf eine fehlende KI-Policy österreichischer Hochschulen. Die Antwort der Ministerin: ,Abschließend darf ich Sie zu Ihrem eigentlichen Anliegen betreffend KI-Policy österreichischer Hochschulen darüber informieren, dass auf Basis der ‚European Research Area‘ in meinem Ressort derzeit ein Nationaler Aktionsplan ausgearbeitet wird, der sich unter anderen mit Fragen der KI in der Wissenschaft, Forschung und Innovation befasst. Dessen Fertigstellung ist für Herbst 2025 und das Inkrafttreten für 2026 geplant.‚ Politikerantworten sind fast immer so konkret wie Antworten, die man von Helpdesks bekommt.“

Credits: APA

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