Inmitten einer hitzigen Debatte über explodierende Funktionärsgehälter zieht die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) nun die Reißleine. Die umstrittenen Anpassungen der Funktionsentschädigungen für die Präsidiumsmitglieder werden vorerst gestoppt. Ein Paukenschlag, der den Druck auf Bundes-Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer weiter erhöht.
Nach Protestwelle: Rückzug auf Raten
Die Nachricht platzte am Mittwoch herein und sorgte für Aufsehen: Die geplante Gehaltserhöhung, die den Kammer-Präsidenten Bezüge von bis zu 60 Prozent mehr eingebracht hätte, ist vom Tisch – zumindest vorläufig. „Die Mitglieder des WKNÖ-Präsidiums haben sich gemeinsam auf dieses Vorgehen geeinigt“, erklärte WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker in einer Aussendung. Man wolle nun das Ergebnis einer Prüfung durch den Rechnungshof abwarten. Damit reagiert die Landesorganisation auf den massiven Unmut, der sich in den letzten Tagen entladen hatte. Während unzählige Unternehmer mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfen, sorgten die Pläne für horrende Gehaltssprünge für blankes Entsetzen.
Ecker kassiert bereits Höchstsatz
Besonders pikant: WKNÖ-Präsident Ecker selbst schöpft den gesetzlichen Rahmen bereits voll aus und bezieht rund 14.000 Euro monatlich. Nun gibt er sich demütig und betont, dass eine „qualifizierte Interessensvertretung“ zwar etwas wert sein müsse, die Bewertung aber nun eine „unabhängige Institution“ vornehmen werde. Dieser Schritt wird als klarer Seitenhieb gegen den Kurs von Bundes-Chef Mahrer gewertet, der die Gehaltserhöhungen bisher verteidigte.
Bundeskammer hüllt sich in Schweigen
Und was sagt die Bundeswirtschaftskammer zu dem Vorstoß aus Niederösterreich? Nichts. Eine schriftliche Anfrage der APA blieb, so wird berichtet, kurzfristig unbeantwortet. Das Schweigen aus der Bundeszentrale dürfte die brodelnde Gerüchteküche um Mahrers Position weiter anheizen. Mit der Entscheidung der WKNÖ, die Gehälter auf Eis zu legen, wächst der Druck auf die gesamte Kammerführung, die umstrittenen Bezüge endlich auf den Prüfstand zu stellen.
Credits: APA
Quelle: oe24
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