Wien steht vor gewaltigen finanziellen Herausforderungen. Wie oe24.at berichtet, blickt die Stadt einem prognostizierten Defizit von schwindelerregenden 3,8 Milliarden Euro für das Jahr 2025 entgegen. Nun zieht die Stadtregierung alle Register, um das Budget wieder auf Kurs zu bringen, doch es bahnt sich ein turbulenter Herbst an.
Spardiktat: Ein „heißer und intensiver“ Herbst steht bevor
„Wien hat natürlich auch zu kämpfen“, räumte Finanzstadträtin Barbara Novak bei einem Pressegespräch ein. Die Gründe für das Milliardenloch sind vielschichtig. Novak deutete mit dem Finger auf die Prognosen des Bundes zu den Ertragsanteilen, die „sehr optimistisch prognostiziert worden, so aber nicht eingetroffen“ seien. Diese Ertragsanteile, zu denen Steuern wie die Umsatz- oder Körperschaftssteuer gehören, machen rund 50 Prozent der städtischen Einnahmen aus, wie Christoph Maschek, Finanzdirektor der Stadt Wien, ergänzte.
Um dem entgegenzuwirken, liegt nun ein saftiges Sparpaket auf dem Tisch. Laut oe24.at sollen noch im Jahr 2025 satte 500 Millionen Euro eingespart werden. „Die nächsten Wochen werden sehr, sehr heiß und intensiv“, kündigte Novak an. Geplant ist, bei den Förderungen um zehn bis 15 Prozent zu kürzen und auch im Verwaltungsapparat selbst den Sparstift anzusetzen. Eine genannte Maßnahme ist, dass höher qualifiziertes Personal für Überstunden nicht mehr die volle Auszahlung in bar, sondern einen Freizeitausgleich erhält.
Der Budget-Fahrplan: Ein Wettlauf gegen die Zeit
Aufgrund der wackeligen Prognosen geht die Stadt bei ihrem Budgetfahrplan neue Wege. Der Voranschlag für 2026 wird erst im Dezember beschlossen, einen Monat später als üblich. „Mir ist es ein großes Anliegen, mit seriösen und validen Zahlen zu arbeiten“, begründete Novak die Verzögerung. Dies soll es ermöglichen, genauere Finanzprognosen einzuarbeiten.
Wie oe24.at berichtet, sieht der detaillierte Zeitplan wie folgt aus:
- Mitte Oktober bis Mitte November: Das Zahlenwerk für den Budgetvoranschlag wird erstellt.
- 14. November: Der Entwurf wird öffentlich aufgelegt.
- 9. Dezember: Der Stadtsenat und der Finanz- und Wirtschaftsausschuss tagen.
- 16. und 17. Dezember: Der endgültige Beschluss im Gemeinderat fällt.
Finanzdirektor Maschek unterstrich die Komplexität dieser Aufgabe und erklärte, dass der Budgetvoranschlag ein 600 Seiten starkes Konvolut ist, das fast 20.000 Haushaltskonten in 57 Dienststellen umfasst.
Lichtblicke: Tourismus und Industrie im Aufwind
Trotz der Budget-Sorgen gibt es nicht nur schlechte Nachrichten für die Bundeshauptstadt. WIFO-Experte Peter Huber bestätigte einen positiven Trend: „Die relative Position Wiens im Wachstumsprozess hat sich seit 2020 deutlich verbessert.“ Dies zeige sich besonders beim Beschäftigungswachstum.
Auch Stadträtin Novak verwies auf Lichtblicke und betonte, dass sich Wien wieder zu einem Industrie- und Produktionsstandort entwickle, allen voran im Pharmabereich. Zudem boomt der Tourismus mit einem Zuwachs von 12 Prozent im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr. Auch wenn dies positive Signale sind, hat die Stadtregierung noch eine Mammutaufgabe vor sich, um die Finanzen Wiens wieder in ruhigeres Fahrwasser zu lenken.
Credits: APA
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